Die 7 Eckpfeiler für Ihre Absicherung trotz ADHS
Die Absicherung Ihrer Arbeitskraft mit ADHS ist keine unüberwindbare Hürde, sondern erfordert einen strategischen Plan. Wenn Sie diese 7 Eckpfeiler kennen und befolgen, sind Sie optimal vorbereitet.
- Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Muss: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, da sie Ihr Einkommen sichert, sollte Ihre Arbeitskraft wegfallen.
- Insbesondere für ADHS-Betroffene ist sie relevant, da psychische Erkrankungen mit 34 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit darstellen.
- ADHS muss immer angegeben werden: Die Diagnose ADHS gilt als relevante Vorerkrankung. Sie sind gesetzlich verpflichtet, alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten, auch wenn die Behandlung lange zurückliegt. Ein Verschweigen kann im Leistungsfall zum Verlust des gesamten Versicherungsschutzes führen, selbst wenn die Berufsunfähigkeit durch eine andere Ursache eintritt.
- Ihre Patientenakte ist der Schlüssel: Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend. Fordern Sie Ihre Patientenakte bei der Krankenkasse oder der Kassenärztlichen Vereinigung an, um alle Einträge zu kennen und die Gesundheitsfragen korrekt beantworten zu können. Ergänzen Sie dies mit einer detaillierten ärztlichen Stellungnahme zum aktuellen Beschwerdefreiheitsverlauf. Die Risikovoranfrage ist Ihre Chance: Stellen Sie niemals einen direkten Antrag. Eine Ablehnung wird im zentralen System der Versicherer gespeichert. Die anonyme Risikovoranfrage hingegen ermöglicht es einem spezialisierten Berater, die Bedingungen bei verschiedenen Versicherern unverbindlich zu prüfen, ohne persönliche Daten preiszugeben.
- Rechnen Sie mit Ausschluss und Risikozuschlag: Die Versicherer prüfen jeden Fall individuell. Das kann zu drei möglichen Ergebnissen führen: einer Ablehnung, einem Risikozuschlag (höhere Beiträge bei vollem Schutz) oder einer Ausschlussklausel (bestimmte Erkrankungen wie psychische Leiden werden vom Schutz ausgenommen).
- Der Diagnosezeitpunkt entscheidet mit: Eine Diagnose im Kinderalter wird oft anders bewertet als im Erwachsenenalter. Ein langer, behandlungsfreier Zeitraum von mindestens 3 bis 5 Jahren ohne Medikamenteneinnahme kann die Chancen auf eine positive Annahme erheblich steigern.
Alternativen sind eine starke Option: Wenn eine klassische BU nicht möglich ist, bietet eine Grundfähigkeitsversicherung (GFV) eine starke Alternative. Sie zahlt bei Verlust essenzieller Fähigkeiten wie Gehen oder Sehen. Zusätzlich können Dread-Disease-Versicherungen oder Unfallversicherungen wertvolle Teilschutzlösungen bieten. Wir beraten Sie gerne unverbindlich zu Ihrem konkreten Fall und begleiten Sie gerne durch den Prozess bis zum erfolgreichen Abschluss der BU.
Die Grundlage Ihrer Absicherung: Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?
Bevor wir uns den Besonderheiten bei ADHS widmen, ist es wichtig, die Funktionsweise einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu verstehen. Sie gilt als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, weil sie das finanzielle Fundament sichert, auf dem Ihr gesamtes Leben aufbaut: Ihre Arbeitskraft [1].
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund von Krankheit, Kräfteverfall oder Körperverletzung voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können [1, 2]. Wichtig ist die klare Abgrenzung zur Arbeitsunfähigkeit: Letzteres beschreibt einen vorübergehenden Zustand, in dem Sie krankgeschrieben sind, aber nach absehbarer Zeit wieder in Ihren Beruf zurückkehren. Die Berufsunfähigkeit hingegen bedeutet, dass Sie Ihre Tätigkeit dauerhaft oder zumindest für voraussichtlich mindestens sechs Monate nicht mehr ausüben können [1, 3]. Ab einem Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent erhalten Sie in den meisten Fallen bereits die volle, vereinbarte Rente [2, 4].
Viele Menschen unterschätzen das Risiko, berufsunfähig zu werden. Sie verlassen sich auf die staatliche Erwerbsminderungsrente. Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind jedoch oft kaum mehr als das Niveau des Bürgergeldes und somit viel zu gering, um den Lebensstandard zu halten [5]. Zudem sind die Kriterien für eine staatliche Rente sehr streng: Sie erhalten die volle Erwerbsminderungsrente nur, wenn Sie nachweisen können, dass Sie weniger als drei Stunden am Tag in irgendeinem Beruf arbeiten können. Dabei ist es egal, ob dieser Beruf Ihrer Ausbildung oder Erfahrung entspricht [1, 6, 7]. Für Selbstständige, Freiberufler oder Berufsanfänger, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, kann der Fall einer Berufsunfähigkeit ohne private Absicherung sogar existenzbedrohend sein [5].
Aus gutem Grund gilt die Berufsunfähigkeitsversicherung daher als essenziell, für jeden, der auf sein Einkommen angewiesen ist [1, 2]. Es ist eine Absicherung gegen die größten Risiken unserer Arbeitskraft. Statistiken zeigen klar, dass psychische Erkrankungen mit Abstand die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind und rund 34 Prozent der Falle ausmachen [2]. An zweiter Stelle folgen Erkrankungen des Bewegungsapparats [2]. Genau hier liegt die große Relevanz von ADHS in diesem Kontext. Die Symptome wie Unaufmerksamkeit, innere Unruhe, Impulsivität und Schwierigkeiten bei der Organisation können das Berufsleben erheblich beeinträchtigen und zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit führen [8, 9]. In schweren Fallen kann dies die Berufsunfähigkeit verursachen [8, 10].
ADHS als Vorerkrankung: Die zentrale Herausforderung bei der Gesundheitsprüfung
Der Weg zum Versicherungsschutz beginnt mit der Gesundheitsprüfung. Viele Betroffene von ADHS fürchten diesen Schritt am meisten, und das nicht ohne Grund. Aus Sicht der Versicherer gilt ADHS als relevante Vorerkrankung und erhöht das Risiko [8, 11]. Sie müssen die Diagnose bei den Gesundheitsfragen im Antrag daher immer ehrlich und vollständig angeben, auch wenn die Behandlung bereits Jahre zurückliegt [8, 12]. Das ist ein grundlegender, aber entscheidender Punkt.
Die vorvertragliche Anzeigepflicht verpflichtet Sie, alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Wer eine Diagnose oder Behandlung vergisst oder bewusst verschweigt, riskiert, dass der Versicherer später im Leistungsfall die Leistungen verweigert [1, 12, 13]. Dies kann auch dann passieren, wenn die Berufsunfähigkeit durch eine ganz andere Ursache, wie beispielsweise einen Unfall, eintritt. Der Versicherer könnte den Vertrag aufgrund der Falsch angaben kündigen und Sie stünden ohne jegliche Absicherung da [13].
Die Versicherer führen eine individuelle Risikoprüfung durch [8, 13]. Sie bewerten dabei eine Reihe von Faktoren, die weit über die reine Diagnose hinausgehen [13]:
- Der Zeitpunkt der Diagnose: Wurde die Diagnose im Kinderalter gestellt oder erst im Erwachsenenalter? [13]
- Der Schweregrad der Symptome: Wie stark beeinflusst die Störung Ihren Alltag und Ihr Berufsleben?
- Die Behandlungssituation und Medikamenteneinnahme: Findet aktuell eine Behandlung statt und werden Medikamente wie Ritalin eingenommen? [13, 14]
- Der Behandlungsfreie Zeitraum: Wie viele Jahren liegen seit der letzten Behandlung und Medikamenteneinnahme zurück? Ein Zeitraum von mindestens 3 bis 5 Jahren ohne Beschwerden kann die Chancen erheblich verbessern [13].
- Begleiterkrankungen: Gibt es weitere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen, die die Diagnose begleiten? [11, 13]
Die Bewertung der Diagnose hängt stark vom Zeitpunkt ab, zu dem sie gestellt wurde. Die Vorgehensweise der Versicherer ist nicht statisch. Eine Diagnose im Kindesalter, gefolgt von einem langen, behandlungsfreier Zeitraum mit stabilem Berufsleben im Erwachsenenalter, wird deutlich positiver bewertet als eine Diagnose in den letzten Jahren des Erwachsenenalters [13]. Ein Kind, das seine Symptome gut managen lernt und ohne Medikamente ein stabiles Berufsleben führt, signalisiert den Versicherern eine geringere Wahrscheinlichkeit einer späteren Berufsunfähigkeit. Eine Diagnose im Erwachsenenalter hingegen deutet oft auf schwerere, bisher unentdeckte Einschränkungen hin und hat eine höhere Komorbidität mit anderen psychischen Erkrankungen [13]. Die Versicherer sehen hier ein höheres, unkalkulierbares Risiko. Es geht also nicht um die Diagnose an sich, sondern um den Schweregrad der Symptome und die dokumentierte Stabilität.
Die Risikoprüfung kann zu unterschiedlichen Ausgängen führen, die Sie kennen sollten:
Mögliche Ausgänge einer BU-Anfrage bei ADHS-Diagnose
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Möglichkeit |
Beschreibung |
Auswirkung & Beispiel |
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Komplettablehnung |
Der Versicherer lehnt den Antrag ohne weitere Bedingungen ab. [13] |
Dies ist ein häufiger Fall, besonders bei Schülern und jungen Betroffenen [13]. Die Ablehnung wird im internen System vermerkt, was zukünftige Antragsversuche erschwert. |
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Ausschlussklausel |
Der Versicherungsschutz wird für bestimmte Erkrankungen, z.B. psychische und neurologische, ausgeschlossen. [8, 13, 14] |
Sie erhalten Absicherung für alle anderen Risiken wie Unfälle oder körperliche Erkrankungen. Dies ist in vielen Fallen die einzige Möglichkeit für einen Abschluss [13]. |
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Risikozuschlag |
Die Beiträge steigen um einen bestimmten Prozentsatz. Der Schutz bleibt aber bestehen. [8, 13, 14] |
Voller Versicherungsschutz auch für ADHS-bedingte Berufsunfähigkeit. Realistisch bei Erwachsenen, die lange beschwerdefrei waren [12]. Die monatlichen Kosten sind höher. [15] |
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Kombination |
Eine Mischung aus Ausschluss und Risikozuschlag für verschiedene Risiken. [8, 13] |
Sie erhalten spezifischen Schutz bei höheren Kosten, je nach individuellem Einzelfall. |
Risikovoranfrage: Ihr Joker auf dem Weg zum passenden Vertrag
Angesichts der hohen Ablehnungsquoten ist es keine gute Idee, sofort einen offiziellen Antrag zu stellen. Eine Ablehnung wird im zentralen Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft gespeichert [13]. Zukünftige Versicherer sehen diese Ablehnung und werden den Antrag oftmals automatisch ablehnen. Dies löst eine Abwärtsspirale aus, die die Chancen auf einen Abschluss drastisch schmälert [13].
Genau aus diesem Grund ist die anonyme Risikovoranfrage der wichtigste strategische Schritt auf Ihrem Weg zum Versicherungsschutz. Es ist keine Serviceleistung, sondern eine absolute Notwendigkeit. Die Voranfrage wird von einem spezialisierten Versicherungsmakler durchgeführt, der in Ihrem Namen, aber ohne Nennung Ihrer persönlichen Daten, bei mehreren Versicherern anfragt [8, 13]. Dieses Vorgehen schützt Ihre Erfahrung und Ihre Chance, doch noch einen Vertrag zu erhalten [13].
Der Ablauf ist unkompliziert [13, 15]. Ihr Berater sendet anonymisierte Angaben wie Ihr Alter, Ihren Beruf und die gewünschte Rentenhöhe an verschiedene Versicherer. Die detaillierte Beschreibung Ihrer Vorerkrankungen – also der Diagnosezeitpunkt, der Behandlungsverlauf, Medikamenteneinnahme und die aktuelle Beschwerdefreiheit – ist dabei entscheidend [13]. Die Versicherer prüfen diese Informationen und geben eine unverbindliche Rückmeldung zu den möglichen Konditionen. Erst, wenn Sie eine positive Rückmeldung haben, wird der eigentliche Antrag gestellt [15].
Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Vorgehens [13]: Ein 19-jähriger Kunde mit ADHS im Kinderalter und einer Medikamenteneinnahme bis zum 15. Lebensjahr stellte eine Voranfrage bei acht Versicherern. Sieben Versicherer lehnten ab, aber einer signalisierte die Bereitschaft zur Annahme mit einer Ausschlussklausel für psychische Erkrankungen. Ohne die Voranfrage hätte der Kunde sieben Ablehnungen kassiert, die seine zukünftigen Chancen drastisch verschlechtert hätten. So aber konnte der Abschluss erfolgreich über den achten Anbieter erzielt werden.
Vorbereitung ist alles: So erhöhen Sie Ihre Chancen auf einen Abschluss
Mit der richtigen Vorbereitung können Sie Ihre Chancen auf einen Abschluss erheblich steigern. Der erste und wichtigste Schritt ist, für absolute Transparenz zu sorgen. Das gelingt am besten, indem Sie Ihre Patientenakte von der Krankenkasse [14, 16] oder der Kassenärztlichen Vereinigung anfordern [17]. Dieser Prozess ist seit 2023 kostenlos [16].
Die Anforderung der Patientenakte ist nicht nur eine gute Vorbereitung, sondern ein essenzieller Schutzmechanismus. Sie können nur ehrliche Angaben machen, wenn Sie wissen, was in Ihren Akten steht [1, 13]. Diagnosen, die Sie vielleicht vergessen haben, könnten später bei einem Leistungsantrag von der Versicherungsgesellschaft entdeckt werden [8]. Dies könnte zur Leistungsverweigerung führen, selbst wenn die Berufsunfähigkeit durch etwas anderes, zum Beispiel einen Unfall, verursacht wurde [12, 13]. Die Einsichtnahme in die Akte ist somit ein proaktiver Schutz gegen die schwerwiegendste Konsequenz: den Verlust des gesamten Versicherungsschutzes aufgrund einer vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung.
Neben den Akten ist der Wert einer ärztlichen Stellungnahme kaum zu überschätzen [9, 13]. Ein Arzt kann eine detaillierte Stellungnahme verfassen, die den Verlauf der Behandlung, die aktuelle Beschwerdefreiheit und die Abwesenheit von Medikamenteneinnahme dokumentiert [13]. Eine solche Stellungnahme untermauert Ihre Angaben und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer positiven Annahme [9].
Die Berufswahl spielt ebenfalls eine Rolle bei der Risikobewertung [1, 13, 18]. Versicherer stufen verschiedene Berufsgruppen in Risikoklassen ein. Akademische Berufe haben oft niedrigere Beiträge, da das Risiko für körperliche Berufsunfähigkeit geringer ist [7]. Allerdings stellen sie höhere Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit [13]. Körperliche Berufe können bei einem Ausschluss der Psyche vorteilhaft sein, da das Berufsrisiko in diesem Fall auf die körperlichen Einschränkungen reduziert wird. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie Ihre Unterlagen aufgestellt sind und wie Sie Ihre Chancen auf eine Annahme deutlich verbessern können.
Alternativen zur BU: Wenn die klassische Versicherung nicht (mehr) passt
Trotz aller Vorbereitung kann es sein, dass eine klassische BU aufgrund des individuellen Risikos nicht möglich ist [15, 19]. Die Absicherung der Arbeitskraft bleibt dennoch essenziell, und es gibt Alternativen, die einen wertvollen Teilschutz bieten.
Eine der stärksten Alternativen ist die Grundfähigkeitsversicherung (GFV) [13, 19, 20]. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie bestimmte, vertraglich definierte Grundfähigkeiten wie Gehen, Sehen, Sprechen, Heben oder Tragen dauerhaft verlieren [6, 20]. Auch kognitive Fähigkeiten können versichert sein [6]. Die GFV ist oft leichter abzuschließen, da die Gesundheitsfragen weniger streng sind und der Fokus nicht primär auf psychischen Erkrankungen liegt [6, 11].
Die GFV leistet im Gegensatz zur BU unabhängig von Ihrem Beruf. Sie schützt bei Einschränkungen, die oft durch Unfälle oder körperliche Erkrankungen bedingt sind [6]. In manchen Fallen kann sie sogar psychische Erkrankungen abdecken, wenn diese zum Verlust einer Grundfähigkeit führen, beispielsweise bei einem Fallschritt, der mit dem Verlust der Gehfähigkeit verbunden ist.
Vergleich: BU vs. Grundfähigkeitsversicherung vs. EU-Versicherung
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Kriterium |
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) |
Grundfähigkeitsversicherung (GF) |
Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) |
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Was ist versichert? |
Verlust der Fähigkeit, den zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben. [1] |
Verlust vertraglich definierter Grundfähigkeiten (z.B. Gehen, Sehen, Sprechen, Heben, Tragen). [6] |
Verlust der Fähigkeit, irgendeinen Beruf mehr als 3 Stunden täglich auszuüben. [6] |
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Relevanz für ADHS |
Oft schwierig abzuschließen, hoher Ablehnungsgrund [13]. |
Meist einfacher abzuschließen, da psychische Erkrankungen seltener Kern des Schutzes sind. [11] |
Die Hürde für eine Leistung ist höher als bei der BU, die Annahme ggf. einfacher. [6] |
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Fokus der Leistung |
Berufsspezifisch. [1] |
Unabhängig vom Beruf; fokussiert auf physische und teilweise kognitive Fähigkeiten. [6] |
Generell, unabhängig vom Beruf. [6] |
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Vorteile |
Umfassendster Schutz; leistet, wenn Sie in Ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können. [4] |
Leichterer Abschluss; schützt bei Verlust von Grundfähigkeiten, die oft durch Unfälle oder körperliche Krankheiten bedingt sind. [6, 19] |
Leistet bei jedem Beruf, wenn weniger als 3 Stunden täglich gearbeitet werden kann. [6] |
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Nachteile |
Hohe Hürden bei Vorerkrankungen; kann teuer sein. [15] |
Schützt nicht, wenn die Berufsunfähigkeit rein durch psychische Erkrankungen verursacht wird und keine Grundfähigkeit betroffen ist. [6] |
Hohe Hürde im Leistungsfall; zahlt nur, wenn man in keinem Beruf arbeiten kann. [6] |
Neben der Grundfähigkeitsversicherung gibt es weitere Bausteine, die als Ergänzung oder als alleinige Absicherung dienen können [6, 13, 19, 21]:
- Dread-Disease-Versicherung (Schwere-Krankheiten-Vorsorge): Zahlt eine Einmalleistung bei Diagnose schwerer Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt [6]. ADHS ist in der Regel kein Ablehnungsgrund für diese Versicherungsform [13].
- Unfallversicherung: Leistet bei Invalidität durch Unfälle [19]. Für ADHS-Betroffene ist sie meist ohne Einschränkungen erhältlich, deckt aber nur einen kleinen Teil der Risiken ab [13].
- Private Pflegeversicherung: Leistet bei Pflegebedürftigkeit, unabhängig von der Ursache [13]. Die Gesundheitsprüfung ist oft weniger streng [13].
ETF-Rente mit Beitragsbefreiung bei BU: Manche Verträge bieten eine Beitragsbefreiung an, falls eine Berufsunfähigkeit eintritt [13].
Der Leistungsfall: Was tun, wenn es ernst wird?
Der Abschluss eines Vertrages ist die eine Sache, der Leistungsfall die andere. Sollte die Berufsunfähigkeit eintreten, ist die lückenlose und sorgfältige Dokumentation entscheidend [9]. Sie müssen die Berufsunfähigkeit dem Versicherer melden und die Ursache detailliert darstellen, idealerweise untermauert durch ärztliche Berichte [22].
Die größte Hürde im Leistungsfall ist oft nicht die Diagnose ADHS selbst, sondern der Mangel an objektiven Nachweisen und die fehlende Kausalität zwischen den Symptomen und der Berufsunfähigkeit. Da ADHS eine neurobiologische Störung ist, kann der Versicherer im Leistungsfall argumentieren, dass die Einschränkungen nicht objektiv nachweisbar sind [9]. Es muss nachgewiesen werden, wie Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität oder Schwierigkeiten bei der Organisation zu konkreten Einschränkungen im Berufsleben geführt haben, zum Beispiel zu einer verringerter Produktivität, einer erhöhten Fehlerquote oder Schwierigkeiten im Umgang mit Kollegen [8, 9]. Sie müssen einen fundierten, aktuellen ärztlichen Bericht vorlegen, der genau diese Verbindung herstellt [9]. Ohne überzeugende Belege droht die Ablehnung [9].
Typische Ablehnungsgründe im Leistungsfall und wie Sie sich schützen können:
- Vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung: Sie haben bei Antragstellung Angaben vergessen oder bewusst verschwiegen [8, 9]. Schutz: Machen Sie immer ehrliche und vollständige Angaben und fordern Sie vorher Ihre Patientenakte an.
- Mangelnde objektive Nachweise: Sie können die Einschränkungen nicht ausreichend belegen [9]. Schutz: Holen Sie detaillierte ärztliche Gutachten ein, die die Auswirkungen auf Ihr Berufsleben präzise dokumentieren. Berichte von Psychotherapeuten und neuropsychologische Tests können hier ebenfalls entscheidend sein [9].
Aus diesen Gründen ist eine professionelle Beratung durch einen Experten von entscheidender Bedeutung [13, 19]. Ein auf ADHS-Falle spezialisierter Versicherungsmakler oder sogar ein Anwalt kann Sie bei der Vorbereitung unterstützen und im Leistungsfall den Antrag oder Widerspruch fachkundig prüfen [9].
Fazit: Eine passende Absicherung ist möglich
Die Absicherung der Arbeitskraft mit ADHS ist eine komplexe Aufgabe, aber keineswegs aussichtslos. Der Schlüssel liegt in der strategischen Vorbereitung, den ehrlichen Angaben und der Nutzung der richtigen Instrumente wie der anonymen Risikovoranfrage [13]. Mit dem richtigen Plan ist es möglich, einen passenden Versicherungsschutz zu finden, sei es durch eine klassische BU mit Ausschluss oder Zuschlag, eine Grundfähigkeitsversicherung oder eine Kombination verschiedener Bausteine. Die Erfahrung zeigt: Ein auf Ihr Profil zugeschnittener Ansatz erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss signifikant.
Wir verstehen die Herausforderungen, die mit der Diagnose ADHS im Berufsleben einhergehen können. Wir sind überzeugt, dass Sie sich nicht mit einem unzureichenden Versicherungsschutz zufriedengeben müssen. Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, welche Lösung am besten zu Ihnen passt und wie Sie Ihre finanzielle Zukunft verlässlich schützen können.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung mit ADHS
Welche Rolle spielt ein spezialisierter Versicherungsmakler bei ADHS?
Ein spezialisierter Makler kennt die Besonderheiten von ADHS-Fällen und weiß, welche Versicherer erfahrungsgemäß aufgeschlossener reagieren. Er kann anonyme Risikovoranfragen stellen, die Ihre Chancen auf ein positives Angebot deutlich erhöhen. Ohne diese Expertise riskieren Sie unnötige Ablehnungen, die später Ihre Optionen stark einschränken können.
Kann es sinnvoll sein, mehrere Absicherungsbausteine zu kombinieren?
Ja, gerade bei ADHS ist es oft hilfreich, mehrere Produkte zu kombinieren, z. B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Ausschlussklausel und eine Grundfähigkeitsversicherung. So entsteht ein gestaffelter Schutz, der psychische wie körperliche Risiken besser abdeckt. Auch Zusatzbausteine wie Unfall- oder Dread-Disease-Versicherungen können sinnvoll sein.
Welche Auswirkungen haben Medikamente wie Ritalin oder Elvanse auf die Antragsprüfung?
Die Einnahme von Medikamenten signalisiert dem Versicherer eine aktive Behandlung und kann die Risikobewertung verschlechtern. Entscheidend ist, ob ein längerer Zeitraum der Beschwerdefreiheit ohne Medikation nachgewiesen werden kann. Je stabiler und dokumentierter dieser Zeitraum, desto größer die Chancen auf eine Annahme zu besseren Konditionen.
Wie wirkt sich die Berufswahl auf meine Versicherbarkeit mit ADHS aus?
Versicherer stufen Berufe in Risikoklassen ein. Akademische und überwiegend geistige Berufe haben zwar ein geringeres Risiko körperlicher Einschränkungen, aber höhere Anforderungen an Konzentration und Organisation. Bei ADHS kann das eine strengere Prüfung nach sich ziehen. Handwerkliche oder körperliche Berufe können bei einem Ausschluss psychischer Erkrankungen dagegen im Vorteil sein.
Gibt es Unterschiede zwischen einer Diagnose im Kindesalter und im Erwachsenenalter?
Ja, Versicherer bewerten eine frühe Diagnose oft milder, wenn später ein stabiler, beschwerdefreier Verlauf nachgewiesen wird. Eine späte Diagnose im Erwachsenenalter hingegen gilt häufig als Hinweis auf schwerere Einschränkungen oder zusätzliche Begleiterkrankungen, was zu strengeren Bewertungen führt.
Wie wichtig ist eine ärztliche Stellungnahme im Antragsprozess?
Eine ärztliche Stellungnahme kann entscheidend sein. Sie dokumentiert den bisherigen Krankheitsverlauf, bestätigt eine aktuelle Beschwerdefreiheit und liefert den Versicherern eine fachlich fundierte Einschätzung. Solche Berichte können die Chancen auf Annahme oder günstigere Konditionen erheblich verbessern.
Welche Alternativen gibt es, wenn ich keine BU abschließen kann?
Wenn eine BU nicht möglich ist, sind Grundfähigkeitsversicherungen, Dread-Disease-Versicherungen oder Unfallversicherungen Alternativen. Auch eine Kombination aus ETF-Rente mit Beitragsbefreiung im BU-Fall kann sinnvoll sein. Diese Produkte bieten zwar nicht denselben Rundumschutz, können aber wichtige Teile des finanziellen Risikos abfedern.