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Versicherungsmakler-München

Warum ein Risiko-Fragebogen
für die Annahme in einer
BU eher hinderlich ist

Einführung und Überblick…

In diesem Text erfahren
Sie folgende Informationen:

  • Die Fallstricke von Fragebögen
  • Wie und Warum Fragebögen so aufgebaut sind
  • Fallen und Problematiken, die Sie vermeiden sollten

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Warum ein Risikovoranfrage-Fragebogen für die Annahme in einer Berufsunfähigkeitsversicherung eher hinderlich ist

Ich habe im diesem Artikel über Möglichkeiten und Chancen bei der Zulassung zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung erläutert, dass vollständige und korrekte Angaben für die Annahme förderlich sind. Unser Praxisalltag hat uns aber immer wieder gelehrt, dass viel nicht immer viel hilft. Oft gibt es ein ‚zu viel‘, denn jede nicht nötige Information kann dem Versicherer eine Angriffsfläche für Ablehnung, Krankheitsausschluss oder später die Verweigerung der Versicherungsleistung geben.


Gliederung


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Wie ein Fragebogen zur Risikovoranfrage aufgebaut ist

Die Risikoprüfung durch einen Sachbearbeiter bei der Versicherungsanstalt kann zeitaufwändig und damit teuer sein. Die Versicherer versuchen selbstverständlich, dies nach Kräften zu vermeiden. Ein Fragebogen der Versicherungsgesellschaft ist so aufgebaut, dass die Arbeit in die Hände des interessierten Noch-Nicht-Kunden gelegt wird.

Die Devise für die Versicherungsanstalten lautet: lieber einmal viel Arbeit in die Erstellung eines Risiko-Fragebogens stecken, und danach nur noch Kreuzchen auswerten müssen

Die Themen des Fragebogens

Es sind drei hauptsächliche Bereiche, welche durch die Versicherungen detailliert abgefragt werden:

  1. Vorerkrankungen
  2. Beruf
  3. Hobbys

Üblicherweise sind diese Bögen in viele, viele Einzelfragen unterteilt, die jeweils mit ‚ja‘ oder ‚nein‘ beantwortet werden müssen. Dahinter steckt ein psychologischer Trick, da eine Ja-Nein-Frage den Beantworter immer zu einer extremen Aussage zwingt. Ich erkläre Ihnen das anhand eines einfachen, erdachten Beispiels.

Der Fallstrick beim Fragebogen

Mit dem Fragebogen werden dem Kunden unangenehme Antworten aus dem Ärmel gezogen.

Lautet die Frage auf dem Fragebogen zum Beispiel:

„Hatten Sie in den letzten 12 Monaten starke Kopfschmerzen oder Migräne?“ –

dann müssen viele Menschen aus dem Raum Düsseldorf, Köln oder Mainz die Frage mit ‚Ja‘ beantworten, weil dies alljährlich nach den Karnevalsfeiern der Fall ist. Darin liegt eine große Gefahr, da ein womöglich schwerer Kopf nach einer ausgiebigen Feier per se kein berufsgefährdendes Krankheitsbild ist. Wird aber die Frage ohne weitere Erklärung positiv beantwortet, dann beginnt beim Prüfer schon die erste Alarmleuchte zu blinken. Dennoch kann der Kunde, wenn er das nicht näher erläutert, die Frage auch nicht einfach mit ‚nein‘ beantworten, da dies streng genommen nicht die korrekte Antwort ist. Wenn Sie in unserem vorab erwähnten Artikel den Absatz über Die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung gelesen haben, dann ist Ihnen durchaus bekannt, welche Folgen – im schlimmsten Fall – eine nicht korrekte Angabe im Fragebogen nach sich ziehen kann.

Warum der Bogen so aufgebaut ist

Für den Prüfer ist es nur ein kurzer Blick auf eine Seite des Fragebogens, um zu erkennen, ob dort ‚verdächtige‘ Ja-Kreuzchen auftauchen – dann kann er sich diesen Part genauer ansehen.

Für den Kunden bedeutet dies jedoch, viel Zeit in die korrekte Beantwortung der Fragen zu investieren. Fragebögen mit mehr als zwanzig Seiten sind keine Seltenheit. Für den Versicherer spielt dies keine Rolle, der bezahlt nicht die Zeit, die ein Kunde mit dem Ausfüllen von Seite um Seite einer Befragung verbringt.

Vor allem erleichtert es den Wunsch der Versicherer, sich aus allen Kunden sozusagen ‚die Rosinen herauszupicken‘, also diejenigen Antragsteller zu finden, die das geringste Risiko darstellen.

Der Bogen hilft, Risiken zu vermeiden

Dies als kurze Wiederholung: die Versicherungsanstalt kann, genau so wenig wie wir, in die Zukunft blicken. Bleibt ein Versicherungsnehmer gesund, hat er sein Leben lang Beiträge bezahlt, ohne einen Cent aus dem Topf zu nehmen. Wird er schwer krank oder verletzt sich beim Sport oder bei einem Unfall so schwer, dass er seiner Arbeit nicht mehr nachkommen kann, dann ist der Versicherer in der Leistungspflicht. Um diesen zweiten Fall möglichst auszuschließen, möchte er möglichst viel über das Leben des Antragstellers erfahren, um sich möglichst effektiv die Gefahrenfälle vom Hals zu schaffen.

Durch die ausgedehnten Fragen wird versucht, dies zu erreichen. Dabei fallen oftmals Antragsteller durch, die später niemals eine Leistung aus der Versicherung beziehen würden, weil sie eigentlich sehr gesund leben. Es ist jedoch für die Gesamtrechnung schlicht günstiger, wenn ein ‚guter‘ Versicherungsnehmer trotz allem kein Kunde wird, als wenn ein ‚schlechter‘ zum Leistungsfall wird, der hätte vermieden werden können.

Unsere Vorgehensweise, die den Fragebogen ersetzen kann

Glücklicherweise sind die Versicherer nicht so streng, dass sie auf ihre eigenen Fragebögen bestehen. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit Versicherungsmaklern lassen sie sich regelmäßig auf andere Formen der Information ein. Hier nutzen wir unseren guten Ruf bei den Versicherungsgesellschaften, um mit unseren eigenen Methoden die Kunden bei der passenden Versicherung unterzubringen.

Schon dies allen genügt als Grund, warum Sie sich mit uns zusammensetzen und unterhalten sollten.

Unsere eigenen Fragebögen

Das wesentliche Ziel unserer Fragebögen ist es, den möglichst genauen Risikofaktor der Befragten zu erkunden. Fragen, die dafür nicht dienlich sind, führen wir gar nicht erst auf. Wir haben zudem viel Freiraum für die freie Beantwortung von Fragen, und eigene Erklärungen gelassen.

Ein typisches, aber schlechtes Beispiel

Anhand eines echten Beispiels möchte ich Ihnen dies illustrieren. Die Fragen stammen aus dem real existierenden Fragebogen eines Versicherers. Es wird hierbei nach Hobbys gefragt.

  • Bergwandern – ja / nein
  • Bergwandern mit Klettersteig – ja / nein
  • Trekking ohne Bergsteigen – ja / nein
  • Bergsteigen ohne Gletscher – ja / nein
  • Hochtouren (mit Gletscher) über 3000m – ja / nein
  • Hochtouren über 5000m – ja / nein
  • Expeditionen – ja / nein
  • Klettern – ja / nein
  • Klettern im Klettergarten – ja / nein
  • Klettern Alpin – ja / nein
  • Wettkampfklettern im Klettergarten – ja / nein
  • Wettkampfklettern Alpin – ja / nein
  • Speedklettern im Klettergarten – ja / nein
  • Speedklettern Alpin – ja / nein
  • Eisklettern – ja / nein
  • Gebäudeklettern – ja / nein
  • Free Climbing – ja / nein
  • Hallenklettern – ja / nein
  • Hallenwettkampfklettern – ja / nein
  • Hallenspeedklettern – ja / nein
  • Bouldering – ja / nein

 

Was ist daran problematisch?

Einige Dinge fallen hier sofort ins Auge. Die Hallen-Kletterportarten sind zum Beispiel allesamt ohne Risiko, da in jeder Situation eine beinahe 100%ige Absicherung vorhanden ist, zum einen durch Klettergeschirr, zum anderen durch dick gepolsterte Gummiwände und -böden. Dieser Abschnitt könnte vollständig weggelassen werden.

Auch Trekking und Bergwanderungen stellen überhaupt kein Risiko dar. Selbst die Benutzung von Klettergärten ist nahe an unfallfrei, da auch hier immer doppelte Sicherungen und Klettergeschirr verwendet werden.

Die Beantwortung aller 25 Einzelthemen kostet jeden Interessenten viel Zeit. Alle diese Einzelfragen hätten kategorisiert werden in zwei oder drei verschiedene Stufen der Gefährlichkeit.

Vor allem besteht aber Unsicherheit bei Kunden, die schon länger als Bergsteiger oder Kletterer unterwegs sind, aber unlängst ihr Kletterverhalten geändert haben. Was soll ein Mensch antworten, der in jungen Jahren Hardcore-Klettersteige mit Eis und Gletschern bezwungen hat, dann eine Familie gründete und seither nur noch gemütliche Bergtouren mit dem Kind im Tragegestell macht?

Mit der Beantwortung dieser Fragen wird es für den Antragsteller sehr schwierig, wirklich die Anforderungen zu erfüllen. Daher gehen wir in diesem Fall etwas anders vor.

Die ganz große Falle: Fragen ohne zeitliche Einschränkung

Ein ganz großer Schwachpunkt vieler dieser Fragebögen sind die Fragen, die den Antragsteller nach Beschwerden aushorchen, die unbestimmt weit zurückliegen. So haben wir in den Bögen unserer Versicherer folgende Fragen gefunden:

  • Sind Beschwerden im Bereich der Kniegelenke aufgetreten (zum Beispiel Kniegelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Belastungsminderungen, Blockierungen, Schwellungen, Kniegelenkerguss)? – nein / ja / falls, ja: wann erstmals? wann zuletzt?
  • Bestehen oder bestanden Krankheiten, Unfallfolgen oder körperliche Schäden des Rückens oder Nackens (auch Wirbelsäulen-, Bandscheibenschaden, Rückenschmerzen, Schleudertrauma, Ischias, Cervicobrachialgie)? – nein / ja / falls, ja: wann erstmals? wann zuletzt?
  • Wurden Sie mit Medikamenten behandelt? – ja (von – bis) / nein; wenn ja: welche? Dosierung?
  • Auf der Suche nach psychischen Erkrankungen wird unter anderem – ebenfalls ohne zeitliche Beschränkung – gefragt nach:
    • Herzjagen, Schwindel
    • Kopfschmerzen
    • Konzentrationsstörungen
    • Müdigkeit / Abgeschlagenheit
    • Magen- und Darmstörungen

Diese Fragen sind kaum ausreichend und akkurat zu beantworten, ohne in Schwierigkeiten zu kommen.

Als junger Mann beim Fußball einen Tritt vors Knie zu bekommen oder unsanft vom Skateboard abzusteigen kann schon einmal eine Woche steifes Knie mit Schmerzen bedeuten. Aber irgendwann ist das auch wieder vorbei und wird keine Spätfolgen nach sich ziehen.

Mal einen Tag beim Onkel auf der Baustelle des Eigenheims mitgeholfen – da kann schon einmal der Rücken schmerzen. Vor allem am nächsten Morgen sind in einer solchen Situation Bewegungseinschränkungen aufgrund der Schmerzen nicht selten. Sie sind aber kein lange anhaltendes Problem.

Auch die Behandlung mit Medikamenten ist problematisch zu beantworten. Hustenlöser, Antibiotika oder Magenmittel hat nahezu jeder Mensch in der einen oder anderen Phase seines Lebens einmal eingenommen. Sie sind für sich alleine gestellt noch kein Anzeichen für ein andauerndes Leiden.

Die psychischen Erkrankungen sind ein echtes Reizthema bei den Versicherern. In Zeiten, in denen ein hoher Prozentsatz der Arbeitenden wegen Burnout und ähnlichen Erkrankungen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet, ist der Wunsch nachvollziehbar, sich abzusichern.

Herzjagen oder Schwindel kann ein Mensch aber schon einmal bekommen, wenn das indische Curry zu scharf oder das Salatdressing zu sauer ist. Kopfschmerzen entstehen schnell, ohne eine tiefere Ursache. Dazu genügt schon eine ausgiebige Party am Vorabend. Konzentrationsstörungen sind ein normaler Begleiter vieler Menschen im Schul- und Studentenalter. Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann eine natürliche Folge nach einem harten Arbeitstag sein, Magen- und Darmstörungen wiederum die Konsequenz von mexikanischem Chili mit Tequila.

Niemand muss wegen solcher Beschwerden befürchten, später einmal berufsunfähig zu werden. Beantwortet der Kunde jedoch diese Fragen mit ja, dann kann er sich schnell und grundlos aus der Möglichkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung herauskegeln.

Ich zeige Ihnen gleich im nächsten Kapitel, wie es besser zu machen geht.

Der bessere Weg

Wir haben unsere Fragen so gestaltet, dass genügend Information für den Versicherer gesammelt wird, ohne Sie in Zwangslagen zu bringen. Besonders sinnvoll ist es vor allem, dass der Antragsteller in eigenen Worten Details zu den Sachlagen schildert.

Was wir für Sie tun, damit Sie gar nicht erst in dieser Problematik landen

Viele Antragsteller wissen nicht, dass diese Fragebögen eher einer Kann-Bestimmung gleichen, als einem Muss. Sofern auf alle Fragen eine Antwort gegeben wird, so können diese auch frei formuliert werden. Dies ist sogar oftmals ein Vorteil!

Mittel eins: die eigene Erklärung

Die Beispiele aus dem vorigen Kapitel könnten wahrheitsgemäß mit einer eigenen Erklärung beantwortet werden, die keine Probleme verursacht. Beispiel:

„Am 1. Juli 2005 erhielt ich bei einem freiwilligen Arbeitseinsatz auf einem Bauernhof den Tritt einer Kuh aufs linke Knie. Große Schmerzen, eine heftige Schwellung und einige Tage anhaltende Bewegungsunfähigkeit waren die Folge. Da sich an der Kniescheibe Flüssigkeit ansammelte, erhielt ich insgesamt drei Behandlungen mit Punktierung bei meinem Hausarzt. Nach drei bis vier Wochen war ich beschwerdefrei und konnte wieder genau wie früher Sport betreiben. Sonstige Beschwerden am Knie hatte ich bis heute keine.“

Eine solche Erklärung ist klar und wahr – und sie beantwortet die Frage nach Kniebeschwerden hinreichend. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Annahme ist nahe 100%, im Vergleich zum Fragebogen, hätten Sie einfach nur das ‚Ja‘ angekreuzt.

In Gesprächen mit den Risikoprüfern unserer Versicherungspartner bekommen wir regelmäßig bestätigt, dass auch für die Prüfung selber eine solche Erklärung immens hilfreich ist.

Natürlich ist auch die Beschreibung bei den Hobbys weitaus aussagekräftiger, als das Kreuzchen auf dem Fragebogen.

Frage: Betreiben Sie Gleitschirmfliegen, Fallschirmspringen, Base Jumping, Drachenfliegen oder Paragliding, oder haben sie dies in der Vergangenheit getan? – ja / nein

Statt des pflichtgemäßen ‚Ja‘ – denn es fehlt auch hier wieder eine zeitliche Begrenzung – ist die eigene Erklärung hier dringend geboten:

„Ich habe im Jahr 2008 einen Gleitschirmkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen, den ich im selben Sommer eingelöst habe. An zwei Tagen des Kurses habe ich insgesamt drei Flügen im Tandem absolviert. Da mir bis zum Schluss in der luftigen Höhe nicht wohl war, habe ich diesen Sport nicht zu meinem Hobby gemacht.“

Hiermit ist alles gesagt, es wird kein Risikosignal gegeben, und dennoch klar bei der Wahrheit geblieben.

 

Mittel zwei: der Übertrag der Krankenakte

Lassen Sie sich vom Hausarzt Ihre Krankenakte in Kopie aushändigen. Die einzelnen Krankheitsfälle übertragen Sie in eine Tabelle. Diese Fleißaufgabe mag Sie einige Stunden Ihrer Zeit kosten, öffnet aber viele Türen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Beispiel:

  • [Datum] Grippaler Infekt; Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Übelkeit, Halsschmerzen
  • Behandlung durch Bettruhe, AU-Erklärung 1 Woche; folgenlos verheilt
  • Medikamente: Hustenlöser, Schmerzmittel zur akuten Behandlung
  • Abschluss: keine Beschwerden mehr, folgenlos verheilt

Die in Kurzform gehaltenen Erklärungen aus der Akte ergänzen Sie mit eigenen Erläuterungen, wo Sie denken, dass dies Risiken zu vermeiden hilft

 

Mittel drei: das ärztliche Attest

Ein Argument, dem Prüfer nur schwer zu widerstehen vermögen, ist die Aussage des behandelnden Arztes. Sollten Sie bei einer zurückliegenden Krankheit oder Verletzung Zweifel haben, ob die beschwerdefreie Ausheilung für die Prüfer überzeugend klingt, lassen Sie sich diese vom Arzt bestätigen.

Fazit: wir können Ihnen immer helfen

Die Gesundheitsprüfung und Risikoabschätzung ist ein Minenfeld. Lassen Sie sich deshalb von einem guten und unabhängigen Makler beraten. Damit verbessern Sie auf jeden Fall Ihre Position.

Ob fernmündlich oder im persönlichen Gespräch – füllen Sie einfach das Kontaktformular aus, und alles weitere klären wir dann miteinander.