Gesundheitsfragen ‚Äď wie Sie Fehler vermeiden

Kein Mensch braucht alle Versicherungen, die existieren. Es gibt daneben allerdings Versicherungen, die kein Mensch braucht. Viele Versicherungen existieren nur f√ľr einen sehr eingeschr√§nkten Personenkreis, und manche Versicherungen n√ľtzen √ľberhaupt niemandem.

Inhalts√ľbersicht

Gesundheitsfragen, die beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gefragt werden

Kein Mensch braucht alle Versicherungen, die existieren. Es gibt daneben allerdings Versicherungen, die kein Mensch braucht. Viele Versicherungen existieren nur f√ľr einen sehr eingeschr√§nkten Personenkreis, und manche Versicherungen n√ľtzen √ľberhaupt niemandem. Au√üer vielleicht der Versicherungsgesellschaft.

Eine¬†Berufsunf√§higkeitsversicherung¬†geh√∂rt hingegen zu denjenigen Versicherungen, ohne die man eigentlich gar nicht aus dem Haus gehen d√ľrfte. Zwar wird sie selten in Anspruch genommen, doch wenn sie ben√∂tigt wird, dann rettet sie dem Versicherungsnehmer die Existenz. Genau das macht sie so wichtig.

Wie bei jeder anderen Versicherung auch, sichern sich die Anstalten davor ab, dass ein Kunde eine Versicherung abschlie√üt, in der Erwartung ‚Äď oder schlimmer noch: in der Gewissheit ‚Äď dass der Versicherungsfall in K√ľrze eintreten wird. Vor dem Abschluss einer Berufsunf√§higkeitsversicherung bedeutet das f√ľr den Kunden, einen umfangreichen Fragenkatalog zur eigenen Gesundheit und Verfassung zu beantworten.

Diese Fragebögen sind das Thema dieses Artikels.

Wo das Problem mit den Fragebögen liegt

Die Seite der Versicherer ist klar. Risiko- bzw. Problemf√§lle m√ľssen vermieden werden. Keine Versicherung m√∂chte einen Neukunden, von dem schon klar ist, dass er aufgrund eines schlechten Gesundheitszustands noch maximal ein halbes Jahr wird arbeiten k√∂nnen ‚Äď und danach mit Sicherheit der Versicherungsfall eintritt. Deshalb m√∂chte jeder Versicherungsanbieter so genau wie m√∂glich wissen, welche Gefahren bzw. Risiken die neuen Kunden mitbringen. Hierzu dient der Fragebogen.

F√ľr den Verbraucher stellen die Frageb√∂gen eine gro√üe Herausforderung dar. Auf der einen Seite fragen manche Versicherer absolut jedes Detail ab, und f√ľr den Kunden bedeutet das, bis in pers√∂nlichste Bereiche hinein Fragen genauestens zu beantworten.

Auf der anderen Seite liegt immer die Gefahr in der Luft, dass der Kunde abgelehnt wird, oder eine bestimmte Krankheit per Klausel aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen wird.

F√ľr den normalen Versicherungsnehmer ist es schwer nachvollziehbar, warum er sich daran erinnern soll, ob er vor neun Jahren schon einmal an einer Grippeinfektion litt. Noch viel schwieriger ist es zu vermitteln, weshalb ein Versicherungsanbieter den Kunden ablehnt, weil dieser vor sechs Jahren eine Sportverletzung hatte.

Viele Verbraucher wissen jedoch nicht, dass es keinen einheitlichen Fragebogen gibt. Die Inhalte unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, und das zum Teil gewaltig. Es sind jedoch nicht nur inhaltliche Unterschiede, sondern oftmals sind die genauen Formulierungen entscheidend.

Ob die Frage lautet: ‚ÄěBestehen oder bestanden Krankheiten oder Beschwerden wie XYZ‚Äú, oder aber stattdessen die Formulierung ‚ÄěWaren Sie in den letzten F√ľnf Jahren in √§rztlicher Behandlung wegen XYZ‚Äú verwendet wird, macht einen entscheidenden Unterschied. Diese Wortwahl kann im einen Fall zu einer Annahme f√ľhren, im anderen Fall aber zu einer Ablehnung.

Wir schauen uns deshalb gemeinsam einige Versicherungsgesellschaften und deren spezielle Eigenheiten an, ich weise Sie dabei auf Gefahren und Fallstricke hin, und gebe auch die eine oder andere Empfehlung ab. Zuerst m√∂chte ich Ihnen allerdings noch einige allgemeine Informationen √ľber die Gesundheitsfragen an die Hand geben.

Welches ist der erste wichtige Schritt bei der Suche nach einem Versicherer?

Es gilt bei den Anbietern einer Berufsunf√§higkeitsversicherung oftmals der Grundsatz, dass der Kunde nur einen Schuss hat. Ein Antrag, der aufgrund des Gesundheitszustands abgelehnt wird, kann nicht oder nur in Ausnahmef√§llen zur Revision gestellt werden. Der meist einzige Weg ist es in einem solchen Fall, es bei einer anderen Versicherung zu versuchen. Auch dies ist √ľbrigens nicht ohne Weiteres m√∂glich, denn Versicherungen m√∂chten wissen, ob der Kunde schon anderswo abgelehnt wurde. Dar√ľber tauschen sie sich sogar oftmals direkt aus.

Deshalb muss dieses Szenario von Vornherein vermieden werden. Bei Versicherungen ist es nicht m√∂glich, einfach so shoppen zu gehen, wie bei einem Gem√ľseh√§ndler. Die Anfragen ‚Äď sie werden meist als Risikoanfragen bezeichnet ‚Äď bedeuten Aufwand und nicht zuletzt auch Kosten. Dabei ist es f√ľr einen Versicherer grunds√§tzlich einfacher, einen Antrag ohne intensive Pr√ľfung abzulehnen, als sich detailliert damit auseinanderzusetzen. Der Grund daf√ľr liegt in Angebot und Nachfrage: Eine Berufsunf√§higkeitsversicherung ist, wie eingangs erw√§hnt, nahezu unverzichtbar.

Tipp 1: zu einem Vermittler gehen

Ein Berater, der sein Gesch√§ft versteht, kennt auch die verschiedenen Versicherungsgesellschaften und deren Eigenheiten. Er kann die Erfolgsaussichten schon vorab sehr gut einsch√§tzen. Und er kann Ihnen ganz konkret dabei helfen, bei der Auskunft √ľber Ihren Gesundheitszustand alles richtig zu machen.

Wenn Sie sich mit dem Berater unterhalten, dann kann dieser häufig schon anhand Ihrer Angaben und der Antworten auf die Gesundheitsfragen sehen, welcher Anbieter die besten Chancen bietet. Übrigens können Sie beim Berater einen eigenen Fragebogen erhalten, bestehend aus einem Risikovorab-Fragebogen und einem Gesundheitsdaten-Beiblatt, die Ihnen bei den Angaben helfen und schnell zum Kern der Sache kommen.

Tipp 2: die detaillierte Angabe aller Daten, die Ihren Gesundheitszustand betreffen

Die Anbieter einer Berufsunf√§higkeitsversicherung m√ľssen sich um Anfragen keine Sorgen machen. Ich habe dies weiter oben schon erw√§hnt. Deshalb kann ein Kunde, der unvollst√§ndige Angaben macht, dessen Fragebogen Widerspr√ľche enth√§lt, oder der zu viele Fragen offenl√§sst, schnell mit einer Ablehnung rechnen.

Ein Risikopr√ľfer muss sich ein vollst√§ndiges Bild davon verschaffen, wie gro√ü die Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls ist. Die Berufsunf√§higkeitsversicherung ist immer ein All-In, es geht ums Ganze. W√§hrend die Krankenversicherung eine √§rztliche Behandlung oder einen Krankenhausaufenthalt bezahlen muss, oder die Haftpflichtversicherung einen einmaligen Schaden zu decken hat ‚Äď all dies sind Kosten, die ein Ende und einen √ľberschaubaren Umfang haben ‚Äď muss die Berufsunf√§higkeitsversicherung im schlimmsten Fall den Rest des Lebens absichern. Darunter ist nicht nur der Bausparvertrag oder die Lebensversicherung zu verstehen, sondern auch Rentenversicherungsbeitr√§ge, Riester, R√ľrup und Darlehensvertr√§ge.

Wenn die Angaben dem Pr√ľfer zu wenig Informationen geben, um das Risiko abseits von W√ľrfeln oder Teesatzlesen akkurat einzusch√§tzen, dann wird er zur Ablehnung greifen.

Tipp 3: die Gefahrenumstände ernst nehmen und detailliert schildern

Der ¬ß 19 des Versicherungsvertragsgesetzes regelt die Angabenpflicht. Machen Sie unvollst√§ndige Angaben zu den Gefahrenumst√§nden oder unterschlagen einzelne Aspekte, r√§umen Sie dem Versicherungsgeber ein R√ľcktrittsrecht vom Vertrag ein, von dem er mit Sicherheit rechtzeitig Gebrauch machen wird, bevor er in die Pflicht genommen wird.

Angaben zur Gesundheit bzw. zu vergangenen Krankheiten werden seit der Vereinheitlichung durch die World Health Organisation WHO in Codeform festgehalten. Dieses System wird ‚ÄúInternational Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems‚ÄĚ genannt, und landl√§ufig mit ICD abgek√ľrzt. Die Codes sagen jedoch nichts √ľber den tats√§chlichen Verlauf oder die Schwere einer Krankheit aus. Die alleinige Angabe des ICD-Codes ist f√ľr einen Risikopr√ľfer daher wenig aussagekr√§ftig.

Wenn Sie dem Pr√ľfer also vollst√§ndige Eckdaten geben wollen, machen Sie eigene, zus√§tzliche Angaben. Nennen Sie die Dauer Ihrer Abwesenheit von Beruf, Schule oder Universit√§t, gem√§√ü Ihrer Berufsunf√§higkeitsbescheinigung. Weisen Sie darauf hin, dass die Behandlung erfolgreich war und in der Folge keine Beschwerden mehr aufgetreten sind.

Fehlen diese Angaben, bleibt dem Pr√ľfer oft nichts anderes √ľbrig, als immer den schlimmsten m√∂glichen Fall anzunehmen. Ein Fernbleiben von der Arbeitsstelle aufgrund von Kopfschmerzen kann seine Ursache in einem exzessiven Bacchanal haben, das am Vorabend stattfand ‚Äď und eine einmalige und abgeschlossene Angelegenheit darstellen. Es kann aber auch der Auftakt zu einer lebenslangen Serie schwerer Migr√§ne-Anf√§lle sein. Ist dies nicht ausf√ľhrlich geschildert, muss der Pr√ľfer das Letztere annehmen.

Am Ende sollten folgenden Fragen klar beantwortet sein:

  • Wann wurde die Diagnose gestellt?
  • Wann war die Behandlung und √ľber welche Zeitdauer?
  • Welche Ursache hatte die Erkrankung?
  • Wie wurde sie behandelt?
  • Wann war die Erkrankung ausgeheilt?
  • Welche √§hnlichen Beschwerden gab es seither (ideal: gar keine)?

Um nicht von der Versicherung ausgeschlossen zu werden, kann es sinnvoll sein, sich ein √§rztliches Attest zu holen. Darin kann Ihr Arzt best√§tigen, dass eine vor einigen Jahren aufgetretene Sportverletzung vollst√§ndig ausgeheilt ist. Ohne dieses Attest oder eine √§hnliche Erkl√§rung, muss ein Pr√ľfer bef√ľrchten, dass diese Verletzung regelm√§√üig auftretende Beschwerden verursacht.

Auch die Pr√ľfer sind Menschen. Sehen diese, dass Ihnen die ausf√ľhrliche Beantwortung der Fragen ein echtes Anliegen sind, wird dies positiv bewertet. Auch eine schlampige oder nachl√§ssige Beantwortung der Fragen f√§llt auf. Oft ist dieser subjektive Eindruck, den ein Pr√ľfer erh√§lt, das bekannte Z√ľnglein an der Waage.

Tipp 4: korrekte Angaben zu Hobbys und Sport

Freizeitaktivit√§ten sind ein Teil der gesunden Lebensf√ľhrung. Bei extrem betriebenen Sportarten wird jedoch die Grenze zum Risiko √ľberschritten. Viele hundert Kilometer in der Woche auf dem Rennrad bedeuten √ľber kurz oder lang Bandscheibensch√§den an der Lendenwirbels√§ule, und jeder Snowboarder in der Halfpipe wird mindestens einen Daumengelenksriss in seinem Leben erlitten haben. Vor allem aber Extremsportarten wie Free Climbing, Base Jumping oder Fliegen mit dem Wingsuit, lassen schnell die Augenbrauen des Pr√ľfers in die H√∂he wandern.

Deshalb sind auch hier detaillierte Angaben f√ľr die Annahme von Vorteil, da sie dem Pr√ľfer die Ungewissheit nehmen. Machen Sie sich keine Sorgen. Wer einmal in der Woche mit den alten Herren vom Verein Fu√üball spielt, verbessert seine Chancen, und verschlechtert sie nicht.

Tipp 5: den Beruf ausf√ľhrlich beschreiben

Es gibt Berufsgruppen, die keiner weiteren Beschreibung bed√ľrfen. Womit ein Steuerberater, ein Taxifahrer oder ein Holzf√§ller seinen Tag verbringt, steht au√üer Frage. Bei vielen anderen Berufen aus Verwaltung, Werbung oder Medienwelt, gen√ľgt die Berufsbezeichnung nicht. Insbesondere bei den aus dem englischsprachigen Raum stammenden Bezeichnungen, die mit ‚ÄöSpecialist‚Äė oder ‚ÄöManager‚Äė enden, gilt diese Regel, denn diese k√∂nnen nahezu alles oder gar nichts bedeuten.

Beschreiben Sie daher Ihren Beruf so, wie er ist. Nennen Sie Bildschirmarbeit, Umgebung, Lautstärke, Rauch und Staub, stehen oder sitzen (und den Anteil davon am Tagesablauf).

Auch hier helfen die ausf√ľhrlichen Angaben dabei, dass ein vollst√§ndiger Eindruck entsteht ‚Äď und sie unterst√ľtzen Sie dabei, Ihre Chancen auf Annahme zu verbessern.

Jeder Makler hat eine gewisse Historie mit den Versicherungsgesellschaften. Wer zum Beispiel viele neue Kunden ins Haus bringt, hat immer ein besonderes Standing. Doch die Quantit√§t alleine ist noch nicht alles. Kunden, die ihre Beitr√§ge p√ľnktlich bezahlen, geforderte Informationen zeitnah einreichen und ‚Äď hier sind wir beim wichtigsten Punkt ‚Äď gesund bleiben, so dass kein Versicherungsfall aus ihnen entsteht, sind ganz ohne Frage f√ľr die Versicherungen am wertvollsten. Wenn wir viele solcher Kunden an Land ziehen, dann w√§chst unser Renomm√©e ganz von selbst.

Ist der Pr√ľfer im Zweifel, und wei√ü einfach nicht, was die richtige Entscheidung ist, dann kann es durchaus passieren, dass er einen Kunden von uns annimmt, weil er uns eben gut kennt. Im Falle eines anderen Maklers ist es nicht auszuschlie√üen, dass derselbe Kunde abgelehnt worden w√§re, weil diese pers√∂nliche Beziehung und der gute Ruf nicht vorhanden sind.

In Einzelf√§llen ist es sogar m√∂glich, dass ein chancenloser Kandidat auf unsere Bitte hin mit einigen Sonderklauseln doch noch seinen Versicherungsschutz erh√§lt. Der Pr√ľfer schlie√üt sich mit der Zentrale kurz, und erfragt hier die Arbeit, die wir bisher f√ľr die Versicherung geleistet haben.

Welches Business hat denn die Agentur Marco Mahling in den letzten Jahren so ins Haus gebracht?

Kommt dann die Best√§tigung zur√ľck, dass wir f√ľr zuverl√§ssige und risikoarme Kunden bekannt sind, dann kann der Pr√ľfer auch schon einmal das sprichw√∂rtliche Auge zudr√ľcken. Eine Hand w√§scht schlie√ülich die andere.

Das erste Gespräch beim Berater

Haben Sie Ihre Gesundheitsgeschichte in dieser Form aufbereitet ‚Äď und ich empfehle Ihnen, daf√ľr die Vordrucke Ihres Beraters zu verwenden ‚Äď dann steht dem ersten Gespr√§ch nichts mehr im Wege. Ihr Berater wird jetzt die Unterschiede der einzelnen Anbieter bei der Zulassung zu Ihren Gunsten nutzen.

Der Berater macht sich dabei den Vorteil zunutze, den er hat, indem er nicht an eine Gesellschaft oder an eine Gruppe von Anbietern gebunden ist, sondern aus nahezu allen vorhandenen Versicherern den oder diejenigen aussuchen kann, die genau passen.

Mit Ihrem Berater gemeinsam k√∂nnen Sie die Gesundheitsfragen und Ihre Antworten durcharbeiten. Dabei kommen die unterschiedlichen Frageb√∂gen der einzelnen Gesellschaften ins Spiel. Ihr Berater kennt die Fragen, die gestellt werden, und kann die Tragweite der Unterschiede einsch√§tzen. Ein typischer Aspekt, der √ľber Wohl und Wehe entscheidet, ist die Zeitspanne, welche der Kunde zur√ľckrechnen soll.

Eine Psychische Erkrankung mit in der Folge durchgef√ľhrter Psychotherapie zum Beispiel f√ľhrt bei nahezu allen Anbietern zur Ablehnung des Kunden. Wird im Fragebogen nach einer Psychotherapie innerhalb der letzten f√ľnf oder der letzten zehn Jahre gefragt, und lag die Therapie irgendwo dazwischen, dann wird der Antragsteller bei der einen Gesellschaft angenommen und bei der anderen abgelehnt.

Dies ist der Grund, weshalb es so wichtig ist, vor dem Gespr√§ch mit dem Berater die Geschichte der Krankheiten und Behandlungen aufzuarbeiten. Gute Berater machen es Ihnen √ľbrigens leicht dabei: sie stellen auf ihren Webseiten Formulare zum Download bereit, die Sie durch diese Aufgabe f√ľhren.

Die Unterschiede bei den verschiedenen Anbietern

Ich möchte Ihnen jetzt einige Bestandteile der Gesundheitsfragebögen vorstellen, und Ihnen dabei die Auswirkungen erklären, welche es nach sich zieht, je nachdem, wie der Aspekt formuliert ist. Ich stelle Ihnen dabei verschiedene Anbieter konkret vor, und zeige Ihnen die wichtigen Besonderheiten aus deren Fragebögen.

Alte Leipziger Versicherung…

…nur drei Jahre in die Vergangenheit (?)

Die Alte Leipziger Versicherung hat einen einzigartig positiven Aspekt im Fragebogen. Bei vielen allgemeinen Beschwerden und Krankheiten wird die Auskunftspflicht nur auf drei Jahre in die Vergangenheit ausgelegt.

Was zun√§chst f√ľr den Verbraucher sehr gut klingt, muss allerdings genau betrachtet werden. Wie die anderen Anbieter auch, zieht die Alte Leipziger einen Strich zwischen ernsthaften und sehr schweren Krankheiten. So wird die Frage auch sehr unkonkret gehalten, indem nur nach ‚ÄěKrankheiten, Unfallfolgen oder Sch√§den‚Äú gefragt wird ‚Äď ein weites Feld und sehr schwammig formuliert. Wir sehen bei den anderen Anbietern bessere Beispiele, in denen konkret formuliert ist, wann ein Wehwehchen oder Unwohlsein tats√§chlich als Krankheit zu bewerten ist.

‚Ķbei schweren Erkrankungen bleibt es bei f√ľnf und mehr Jahren

Im Fragebogen der Leipziger Versicherung werden ‚ÄěKrankheiten der Psyche (auch Angstst√∂rung, Essst√∂rung, Schlafst√∂rungen (mehr als 5-mal im Monat), Ersch√∂pfungszust√§nde, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Selbstmordversuch)‚Äú immer noch bis f√ľnf Jahre zur√ľck abgefragt. Dies ist kein Wunder, denn die heutigen Trends in Richtung ADHS und Burn-Out stehen ganz oben an der Spitze der Liste an Gr√ľnden, die f√ľr eine Berufsunf√§higkeit vor dem Rentenalter sorgen.

…AIDS und Krebs sind bis in alle Ewigkeit der Knock-Out

Wurde bei einem Kunden schon einmal eine HIV-Infektion diagnostiziert oder eine Krebserkrankung festgestellt (b√∂sartiger Tumor, Leuk√§mie, Lymphome), dann spielt es keine Rolle, wie lange dies schon zur√ľckliegt. Die Leipziger Versicherung will es einfach wissen.

So muss auch eine Strahlen- und Chemotherapie angegeben werden, die erfolgreich verlaufen ist, und mehr als zehn Jahre zur√ľckliegt.

Grunds√§tzlich ist die Alte Leipziger Versicherung durchaus empfehlenswert. Sie k√∂nnen aber an diesem Detail feststellen, das Krebs- und HIV-Kandidaten bei einer anderen Versicherung bessere Chancen haben, √ľberhaupt angenommen zu werden.

Axa…

…exakte Fragen, doch stationärer Abfragezeitraum bleibt bei 10 Jahren

Auch die¬†Axa-Berufsunf√§higkeitsversicherung m√∂chte Auskunft √ľber station√§re Aufenthalte der letzten zehn Jahre. Doch sticht sie mit einem sehr detaillierten, an √§rztlichen Untersuchungen orientierten Fragenkatalog heraus. Die Angaben, die gemacht werden m√ľssen, sind so konkret und klar formuliert, dass wohl jeder Verbraucher auf Anhieb damit klarkommen wird.

Die Bayerische Berufsunfähigkeitsversicherung…

‚Ķder wichtige Unterschied zwischen ‚ÄöBeschwerden‚Äė und tats√§chlichen Krankheiten oder Behandlungen

Die Bayerische¬†Berufsunf√§higkeitsversicherung liefert in ihrem Fragebogen ein gutes (oder schlechtes) Beispiel daf√ľr, wie wenig verbraucherfreundlich die Fragestellung sein kann. ‚ÄěBestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren bei Ihnen Krankheiten, St√∂rungen oder Beschwerden?‚Äú

Die Bedeutung der Begriffe ‚ÄöSt√∂rung‚Äė oder ‚ÄöBeschwerden‚Äė ist so unscharf, dass nicht wenige sich fragen werden, ob sie nun dar√ľber Angaben machen m√ľssen, als sie sich vor vier Jahren beim Zwiebelschneiden in den Finger geschnitten haben. Viele harmlose Vorf√§lle wie leichte Erk√§ltung oder auch Ersch√∂pfung und Erm√ľdung, f√ľr die ein Mensch zum Arzt geht, weil er sich krankschreiben lassen will, die aber keiner Behandlung bed√ľrfen ‚Äď in welche Kategorie sind die zu z√§hlen? Bei der Bayerischen bleibt es bis zum Schluss unklar.

…Zeitraum der Behandlung mit Medikamenten

‚ÄěNehmen oder nahmen Sie innerhalb der letzten 5 Jahre √ľber einen zusammenh√§ngenden Zeitraum von mehr als 14 Tagen Medikamente ein? Welche, in welchen Abst√§nden und in welcher Dosierung?‚Äú

Schwere Krankheiten werden häufig mit Medikamentengabe von mehr als zwei Wochen Dauer behandelt. Vor diesem Hintergrund scheint die Frage durchaus berechtigt zu sein. Dennoch fallen hierunter auch viele harmlose Vorfälle:

  • Einnahme eines Antazidums bei saurem Magen
  • Entz√ľndungshemmer nach einer Sportverletzung
  • Augentropfen zur Behandlung einer Bindehautentz√ľndung
  • Hustenl√∂ser bei einer z√§hen Erk√§ltung

Die Liste der v√∂llig harmlosen Situationen, die ein Mensch bedenkenlos √ľber zwei Wochen medikament√∂s behandeln w√ľrde, ist lang. Bei der Bayerischen Berufsunf√§higkeitsversicherung kann dies zu Problemen f√ľhren.

…psychotherapeutische Behandlungen und stationäre Aufenthalte

Bei der Frage nach Behandlungen aus dem Sektor der psychischen St√∂rungen beschr√§nkt sich der Fragebogen auf f√ľnf Jahre.

‚ÄěWurden Sie in den letzten 10 Jahren in einem Krankenhaus, in Rehabilitations- oder Kureinrichtungen untersucht, beraten oder behandelt oder sind solche innerhalb des n√§chsten Jahres √§rztlich empfohlen oder beabsichtigt?‚Äú

Im Krankenhaus, im Sanatorium oder sogar im Kurbad kann schon eine Untersuchung oder Behandlung dazu f√ľhren, dass der Kunde als Risikofall eingestuft wird. Die Antworten hierauf m√ľssen bis zehn Jahre in die Vergangenheit und auch noch f√ľr ein Jahr in die Zukunft gegeben werden. Hier wird es schwer, jemanden zu finden, der nicht in die Kategorie f√§llt.

LV 1871 Berufsunfähigkeitsversicherung…

‚Ķder Zustand ‚ÄöKrankheit‚Äė konkret beschrieben

In der selben Klarheit fragt auch die¬†LV 1871¬†nach konkreten Beratungen, Behandlungen oder Untersuchungen bei √Ąrzten, Heilpraktikern, Physio-, Psychotherapeuten oder sonstigen nicht√§rztlichen Therapeuten. F√ľr den Verbraucher entsteht hierdurch eine gute Basis, auf welcher alle Fragen beantwortet werden k√∂nnen.

…wenn die Beschreibung nicht konkret ist

Allerdings taucht in einer späteren Frage die Formulierung auf, ob Beschwerden in einem der zuvor genannten Bereiche auftraten, ohne dass ein Arzt aufgesucht wurde. Dies klingt zunächst abschreckend, denn solcherlei Beschwerden haben die meisten Menschen regelmäßig.

Die¬†LV 1871¬†fragt dabei allerdings nur nach solchen Beschwerden, die in den letzten sechs Monaten aufgetreten sind. Wer sich bei der LV 1871 versichern m√∂chte, und erst vor einigen Wochen mit Erk√§ltung im Bett lag, mag mit der Antragstellung vielleicht einfach warten, bis das halbe Jahr des gewerteten Zeitraums vor√ľber ist.

Stuttgarter Berufsunfähigkeitsversicherung…

…Unterschied ambulante und stationäre Behandlung

Bei der Berufsunf√§higkeitsversicherung der¬†Stuttgarter Versicherung¬†wird der Fragebogen mit einer ausf√ľhrlichen Frage begonnen, die sowohl nach station√§ren wie ambulanten Behandlungen, Operationen oder Reha-Ma√ünahmen fragt. Es wird zudem danach gefragt, ob solche geplant oder von einem Arzt f√ľr die n√§chsten zwei Jahre empfohlen wurden. Was zun√§chst eher nachteilig klingt, hat aber einen ganz gro√üen Vorteil. Die Stuttgarter Versicherung behandelt ambulante und station√§re Behandlungen gleich, und verlangt in beiden F√§llen nur Informationen aus den vergangenen f√ľnf Jahren.

‚Ķnur f√ľnf Jahre bei psychischen Erkrankungen

Auch bei Krankheiten der Psyche, des Gehirns, des Nervensystems, etc. ‚Äď der Fragebogen listet hier etliche weitere Beschwerden wie Depressionen, Gef√ľhlsst√∂rungen, Bulimie, Selbstmordversuch, Epilepsie, Multiple Sklerose, L√§hmungen, Migr√§ne, Burn out, Alzheimer, Parkinson, Demenz, Entwicklungsst√∂rungen auf ‚Äď wird nur Auskunft aus f√ľnf Jahren Vergangenheit verlangt.

Genau wie bei den Krankenhausaufenthalten kann hier die Stuttgarter Versicherung zum idealen Anbieter werden f√ľr Kunden, die zwischen sechs und zehn Jahren fr√ľher behandelt wurden. Der markt√ľbliche Wert ist n√§mlich, bis zehn Jahre zur√ľckliegende F√§lle angeben zu m√ľssen.

Volkswohlbund Berufsunfähigkeitsversicherung…

‚Ķzehn Jahre zur√ľck bei station√§rer oder psychologischer Behandlung

Der¬†Volkswohlbund¬†gibt in seinem Fragebogen ein gutes Beispiel f√ľr einen streng bemessenen Zeitraum f√ľr die Angabe von Krankheiten. Sowohl station√§re Aufenthalte ‚Äď und dies beinhaltet auch Kuren und Reha-Ma√ünahmen ‚Äď m√ľssen bis zu zehn Jahren in der Vergangenheit liegend angegeben werden, als auch Psycho- oder Chemotherapie.

Hier wird deutlich, dass nur kerngesunde Menschen als risikofrei f√ľr die Aufnahme in die Berufsunf√§higkeitsversicherung gelten.

HDI Berufsunfähigkeitsversicherung…

…die Wichtigkeit der konkreten Bedingung einer Krankheit

Die¬†HDI-Versicherung¬†fragt weder schwammig nach Beschwerden, noch nach etwaigen Krankheiten, die keiner Behandlung bedurften, sondern sehr konkret nach Behandlungen, Beratungen, Untersuchungen bei √Ąrzten oder sonstigen Behandlern.

Auch bei den √ľbrigen Fragen bleibt die HDI vorbildlich klar und konkret. F√ľr Kunden, die sich nicht sicher sind, welche Vorf√§lle aus der Vergangenheit als Krankheit darzustellen sind, und welche nicht, ist die HDI daher ein empfehlenswerter Versicherungsgeber.

Zwei abschließende Themen zu Berufsunfähigkeits-Versicherungen

Sonderaktionen zu Werbezwecken

Im Rahmen einer Werbe- bzw. Marketingaktion verwenden manche Versicherungen einen vereinfachten Fragekatalog, oder einen k√ľrzeren Zeitraum, √ľber welchen die Fragen beantwortet werden m√ľssen ‚Äď zum Beispiel nur drei Jahre, statt f√ľnf oder zehn.

Sehen Sie dabei genau auf die Rahmenbedingungen. Manchmal ist ein solches Angebot nur mit einer sehr beschränkten Versicherungssumme zu bekommen. In anderen Fällen ist es ein wirkliches Schnäppchen, um neue Kunden anzulocken.

Ihr Berater wird regelm√§√üig dar√ľber informiert, welche Gesellschaft gerade ein solches Angebot f√ľhrt. Geduldige Kunden k√∂nnen sich bei ihrem Berater vorstellen, und dann warten, bis ein Sonderangebot kommt, das ideal passt.

Berufsunfähigkeits-Versicherung ohne Gesundheitsfragen?

Solche Phrasen tauchen ab und zu in der Werbung von zwielichtigen Zeitschriften auf. Beim n√§heren Hinsehen zeigt sich, dass eine solche Versicherung nicht existiert. Dies sollte aber auch niemanden wundern. Eine Versicherung f√ľr all diejenigen, die aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands oder ihrer ungesunden Lebensweise bei allen anderen Gesellschaften abgelehnt wurden, wird in K√ľrze alle Risikokandidaten zu ihren Kunden z√§hlen, und bald unter der Last der Versicherungssummen bankrottgehen.

Einzig die LV 1871 bietet einen Berufsunfähigkeitsversicherung-Vorsorgeschutz ohne Gesundheitsfragen. Diese sichert die Fortzahlung von Bausparverträgen oder Darlehen, Rentenversicherungen oder Fondssparplänen ab. Dabei wird tatsächlich nicht nach dem Gesundheitszustand oder nach gefährlichen Hobbys gefragt, auch nicht nach zuvor abgelehnten Anträgen bei anderen Gesellschaften.

Dennoch gibt es Einschr√§nkungen. Diese Vorsorge wird nur f√ľr drei Berufsgruppen angeboten: Akademiker, kaufm√§nnisch T√§tige und handwerklich bzw. k√∂rperlich T√§tige. Es werden nur Vertr√§ge bis in Summe 250 Euro pro Monat abgesichert, und es besteht eine Wartezeit von drei Jahren nach Antragstellung. Durch diese Wartezeit wird das Hauptrisiko vermieden, dass ein Kunde sich noch schnell versichern will, der schon wei√ü, dass er bald zum Versicherungsfall werden wird.

Fazit

So bleibt als Fazit vor allem die Erkenntnis, dass es sich lohnt, gesund zu leben. Wenn Sie eine Berufsunf√§higkeitsversicherung suchen, dann kommen Sie am besten mit sauber aufgearbeiteten Informationen √ľber Ihre Gesundheit zu uns, und wir arbeiten uns Schritt f√ľr Schritt durch, bis wir den passenden Versicherer f√ľr Sie gefunden haben.

Merksatz: je mehr Informationen Sie liefern, desto besser stehen die Chancen auf Annahme.

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