Im Jahr 2004 wollte die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit einer umfangreichen rechtlichen Modernisierung das deutsche Gesundheitssystem reformieren – Das ‚ÄúGKV-Modernisierungsgesetz‚ÄĚ trat vor fast 20 Jahren in Kraft. Inhalt war etwa die Einf√ľhrung von Praxisgeb√ľhren und Festzusch√ľssen f√ľr den Zahnersatz, aber auch die Neuordnung Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (kurz: GKV). Dies hatte Konsequenzen f√ľr die Altersvorsorge vieler erwerbst√§tiger Versicherter. 

Hinl√§nglich als ‚ÄúBetriebsrente‚ÄĚ bekannt sind die Versorgungsbez√ľge, auf welche seit der Gesetzes√§nderung der volle Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden musste. Eine weitere Gesetzes√§nderung 2019, 2020 brachte f√ľr einen Gro√üteil der Versicherten erneute Ver√§nderungen bei der Beitragszahlung auf Versorgungsbez√ľge. 

Betriebsrenten Рeine Erklärung

Betriebsrenten und andere Versorgungsbez√ľge, beispielsweise Zahlungen aus berufsst√§ndischen Versorgungswerken, sind Teil der Altersversorgung. Sie treten in verschiedenen Varianten auf. Arbeitnehmer k√∂nnen etwa √ľber den Arbeitgeber zu einer Direktversicherung gelangen; hier ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer und √ľbernimmt anstelle des Arbeitnehmers f√ľr die Dauer der Besch√§ftigung die anfallenden Beitr√§ge f√ľr ihn. Von diesen Einzahlungen in die Direktversicherung, also der Betriebsrente, profitiert der Arbeitnehmer dann im Alter – zus√§tzlich zur gesetzlichen Rente.

Diejenigen, die gesetzlich versichert sind, m√ľssen von ihrer Betriebsrente einen gewissen Beitrag an die Krankenkasse entrichten; hierbei kommt es nicht darauf an, ob die vertraglich vereinbarte Summe jeden Monat oder auf einmal ausgesch√ľttet wird. Auch ist es egal, wann der Versicherungsvertrag abgeschlossen wurde oder ob der Versicherte freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert oder Pflichtmitglied ist. 

Höhe der Sozialabgaben bei Betriebsrenten

Das ‚ÄúGesetz zur Einf√ľhrung eines Freibetrags in der gesetzlichen Krankenversicherung zur F√∂rderung der betrieblichen Altersvorsorge‚ÄĚ beinhaltet eine wichtige neue Regelung und gilt seit dem 01. Januar 2020 f√ľr die Berechnung der Beitr√§ge auf Betriebsrenten. Das sperrig klingende Gesetz f√ľhrt einen monatlichen Freibetrag von 159,25 ‚ā¨ (Stand 2020) ein: Nur derjenige, dessen Bez√ľge √ľber diesen Betrag hinausgehen, muss einen Beitragssatz an die Krankenkasse entrichten. Der Freibetrag gilt auch f√ľr Betriebsrentner, die bereits die Rente beziehen oder wenn ihre Kapitalauszahlungen im Fall einer Einmal-Aussch√ľttung der Versorgungsbez√ľge weniger als zehn Jahre zur√ľckliegt.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Rentner oder die Rentnerin pflichtversichert ist. Freiwillig gesetzlich versicherte Senioren sind von der Neuregelung nicht erfasst und m√ľssen weiterhin einen Beitrag auf ihre gesamten Versorgungsbez√ľge zahlen. 

Eine weitere Ausnahme gilt f√ľr die gesetzliche Pflegeversicherung: Hier greift der alte Freibetrag von 155,74 ‚ā¨. Liegt die Betriebsrente unter dieser Grenze, so wird kein Beitrag f√§llig. Wenn doch, so sind auf den gesamten Betrag Abgaben an die Pflegekasse zu entrichten. In Zahlen: 3,05 % bzw. 3,3 % bei Kinderlosen.

Hohe Krankenkassenbeiträge: Die Praxis

Zur Veranschaulichung ein kleines Beispiel: Ein pflichtversicherter Rentner erh√§lt aus seiner Direktversicherung eine Summe von 38.160 ‚ā¨, die er sich auf einmal auszahlen l√§sst. Seine Beitr√§ge an die gesetzliche Krankenversicherung werden √ľber einen Zeitraum von zehn Jahren gestreckt und daf√ľr die Summe aus der Versicherung, also die 38.160‚ā¨, auf den monatlichen Betrag f√ľr diese zehn Jahre umgewandelt. Die Rechnung sieht folgenderma√üen aus: 38.160 ‚ā¨ : 10 : 12 = 318 ‚ā¨.

Ziehen wir hiervon den Freibetrag in H√∂he von 159,25 ‚ā¨ ab, so muss er nun auf 158,75 ‚ā¨ rund 15,7 Prozent f√ľr die Krankenversicherung zahlen (der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 1,1 % ist hier inkludiert, allerdings wurde dieser in 2022 erh√∂ht auf 1,3%, aktuell liegt er bei 1,6% und ab Juli 2023 wird es f√ľr kinderlose noch teurer).

Hinzu kommt der Beitrag f√ľr die Pflegeversicherung von 3,05 % auf den gesamten Betrag von 318 ‚ā¨ (wenn der Betroffene Kinder hat). Blickt man auf den gesamten Zahlungszeitraum von 10 Jahren, so ergibt sich ein Betrag von 4.154 ‚ā¨, wenn es zu keinen Beitragssatzerh√∂hungen in der Kranken- oder Pflegeversicherung kommt. Der Rentner in unserem Beispiel erh√§lt au√üerdem keinen Zuschuss vom Rentenversicherungstr√§ger oder √Ąhnliches.

Ist der Betroffene freiwillig gesetzlich versichert, f√§llt der zus√§tzliche Beitrag deutlich h√∂her aus.  Er m√ľsste auf die ganzen 318 ‚ā¨ 15,7 % an die gesetzliche Krankenversicherung und 3,05 % an die Pflegeversicherung zahlen. Monatlich w√§ren das 59,63 ‚ā¨, f√ľr ein Jahrzehnt wiederum 7.156 ‚ā¨. 

Rund 40 % der Betriebsrentner erhalten mehr als die 318 ‚ā¨ aus dem obigen Beispiel, so das Bundesgesundheitsministerium. Die Abgaben fallen f√ľr diese 40 % entsprechend h√∂her aus; auch Kinderlose sind hiervon besonders betroffen. 

Private Krankenversicherungen kalkulieren ihre Beitr√§ge hingegen einkommensunabh√§ngig: Ein etwaiges Zusatzeinkommen des Versicherten hat demnach keinen Einfluss auf den Beitrag. Versicherte erhalten die gesamte Summe ihrer Altersvorsorge, es fallen nur die √ľblichen Steuern an. Diese m√ľssen im √úbrigen auch gesetzlich Versicherte zahlen. 

Mein Ziel und Anspruch als der Berater mit den meisten positiven Bewertungen in M√ľnchen ist es, Sie gut zu beraten, Sie gut zu betreuen und gemeinsam mit Ihnen alt zu werden!