Was sie bedeutet, wie sie berechnet wird und warum sie wichtig ist

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze hat gro√üen Einfluss auf die Art der Krankenversicherung f√ľr Arbeitnehmer.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (kurz JAE Grenze) ist ein wichtiger Begriff im deutschen Sozialversicherungssystem und hat direkte Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In diesem Beitrag werden wir die Bedeutung der JAE Grenze genauer betrachten und ihre Berechnung sowie die Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung erl√§utern. Wir werden auch auf besondere Regelungen und Beispiele eingehen, um ein besseres Verst√§ndnis f√ľr dieses wichtige Konzept zu vermitteln.

Überblick: JAE Grenze schnell erklärt

Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt und JAEG verständlich erklärt.

Arbeitnehmer haben ab einem gewissen Zeitpunkt die Wahl, ob sie in der gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin freiwillig versichert sein wollen oder zur Privatversicherung wechseln. Diesen Zeitpunkt markiert die H√∂he des Arbeitsentgelts: √úbersteigt dieses die Jahresarbeitsentgeltgrenze (abgek√ľrzt JAE Grenze oder JEAG), wird der Arbeitnehmer automatisch freiwillig versichert und ist in der Krankenkasse nicht mehr pflichtversichert.

Die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze

Aktuell (Stand 2023) betr√§gt die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 66.600 Euro j√§hrlich. Wessen Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľbersteigt, wer also ein Einkommen √ľber 66.600 Euro j√§hrlich hat, kann freiwillig gesetzlich versichert sein und unterliegt nicht mehr der Versicherungspflicht.

Das Bundesministerium f√ľr Arbeit und Soziales ver√∂ffentlichte bereits einen Entwurf zur Sozialversicherungs-Rechengr√∂√üenverordnung f√ľr das kommende Kalenderjahr 2024. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt 2024 bei 69.300 Euro, die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze hingegen bei 62.100 Euro.

Die Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen ändern sich regelmäßig und werden jedes Jahr neu festgesetzt.

Allgemeine und besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze

Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass, wenn es um die JAEG geht, stets von einer besonderen und allgemeinen JAE Grenze die Rede ist. Doch worin liegt der Unterschied?

Die Versicherungsfreiheit wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze ist in § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V gesetzlich geregelt. Absatz 7 enthält Angaben zur besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze.
F√ľr Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren, gilt die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze, welche niedriger als die allgemeine JAEG ist.

Ein kleiner Exkurs: Bis zum 31. Dezember 2002 waren die Beitragsbemessungsgrenze und die Versicherungspflichtgrenze identisch hoch. Zu Beginn des Jahres 2003 wurden die beiden Werte voneinander abgel√∂st und die Versicherungspflichtgrenze erh√∂ht. Hierdurch w√§ren die privat versicherten Arbeitnehmer, deren Einkommen √ľber der alten, aber unter der neuen Grenze liegt, in die Versicherungspflicht ‚Äěgerutscht‚Äú. Aus diesem Grund wurde der Gesetzgeber aktiv und f√ľhrte eine besondere Versicherungspflichtgrenze ein.

F√ľr andere Personen wie etwa Studenten, die am 31. Dezember 2002 zwar privat, aber nicht als Arbeitnehmer versichert waren, gilt die besondere JAE Grenze hingegen nicht.

Zusammengefasst gilt die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze also nur dann, wenn Arbeitnehmer bereits am 31. Dezember 2002 wegen √úberschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei und bei einer privaten Krankenkasse versichert waren. Ob das private Krankenversicherungsunternehmen seitdem gewechselt wurde, ist unerheblich.

Das Arbeitsentgelt, welches Sie durch Ihre Beschäftigung erhalten, ist der größte Teil des JAE.

Was ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt?

Das regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt ist vor allem f√ľr den Eintritt der Versicherungsfreiheit wichtig, aber dient auch zur Beurteilung, ob die fragliche Besch√§ftigung einen Minijob darstellt oder im √úbergangsbereich liegt.

Um zu pr√ľfen, ob bereits die Versicherungsfreiheit vorliegt, ist nicht nur das Gehalt f√ľr die Besch√§ftigung- also Arbeitsentgelt ‚Äď ausschlaggebend, sondern auch das Kriterium der Regelm√§√üigkeit. Hier kann es bei Einmalzahlungen oder Zuschl√§gen zu Unklarheiten kommen. Diese k√∂nnen zwar wiederkehrend, nicht aber zwingend regelm√§√üig sein.

Um hier Klarheit zu schaffen, hat die Spitzenorganisation der Sozialversicherungen (GKV Spitzenverband) Kriterien und Indizien festgelegt, welche eingrenzen, welche Teile des Entgelts zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt gehören und was nicht hierunter fällt.

Übrigens: Welche Einnahmen aus einer Beschäftigung das Arbeitsentgelt darstellen, findet sich in §14 Abs. 1 SGB IV.

Doch was gehört nun alles zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts?
Hierzu geh√∂ren alle regelm√§√üig gezahlten Bez√ľge, die Arbeitsentgelt nach der Sozialversicherung darstellen und die der Arbeitnehmer beanspruchen kann bzw. von denen klar ist, dass sie mit einer hinreichenden Sicherheit mindestens einmal j√§hrlich gezahlt werden. Es ist egal, ob es sich hier um laufende oder einmalige Zahlungen bzw. Einnahmen handelt.

Sogenannte Sonderzuwendungen, also Einmalzahlungen, die der Arbeitnehmer zwar erhält und weiß, dass diese kommen (hinreichende Sicherheit ist demnach gegeben), bei welchen die Höhe jedoch nicht feststeht und diese nicht im Vorfeld errechenbar ist, gehören nicht zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt.

Zusammengefasst: Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt muss Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung sein und regelmäßig gezahlt werden.

Berechnung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts

So funktioniert die Berechnung des regelmäßigen Jahresarbeitsentgelts.

Die Berechnung des regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelts erfolgt auf Grundlage der Sozialversicherungs-Rechengr√∂√üenverordnung (hier abrufbar). Hierbei werden alle Einkommensbestandteile ber√ľcksichtigt, die w√§hrend eines Besch√§ftigungsverh√§ltnisses gezahlt werden. Dazu geh√∂ren nicht nur das Grundgehalt, sondern auch ‚Äď wenn gewisse Voraussetzungen erf√ľllt sind – Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld und manchmal auch die √úberstundenverg√ľtungen.

Ein beliebtes Beispiel aus der Praxis sind die eben bereits genannten √úberstundenverg√ľtungen.

√úberstunden, die tats√§chlich geleistet und ausgezahlt werden, zahlen nicht zum regelm√§√üigen Arbeitsentgelt, da sie nicht mit hinreichender Sicherheit erwartet werden k√∂nnen. Dahingegen z√§hlen feste Pauschalbetr√§ge, die als feste √úberstundenverg√ľtungen mit dem laufenden Arbeitsentgelt gezahlt werden, durchaus zum regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelt.

Versicherungspflichtgrenze: Das bedeutet sie f√ľr Arbeitnehmer

Durch die Versicherungsfreiheit haben Arbeitnehmer das Recht, ihre Versicherungsart selbst zu wählen.

Insbesondere Arbeitnehmer in Deutschland mit einem guten bis sehr guten Gehalt sollten den Begriff der Jahresarbeitsentgeltgrenze kennen und eine √úbersicht √ľber die wichtigsten Fragen und Fakten haben.

Wann endet die Versicherungspflicht?

Die Versicherungspflicht endet, wenn das Arbeitsentgelt von Besch√§ftigten sowohl im Vorjahr als auch im Folgejahr die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľberschreitet. Dann sind sie versicherungsfrei und haben das Recht, die Art ihrer Krankenversicherung frei zu w√§hlen.

Die Versicherungsfreiheit kann aber auch seit Beginn der Besch√§ftigung bestehen, wenn das regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt, welches der Arbeitnehmer f√ľr seine T√§tigkeit erh√§lt, bereits die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľbersteigt und bei einer Prognose deutlich wird, dass das Arbeitsentgelt aus der Besch√§ftigung auch nach dem Jahreswechsel weiterhin √ľber der JAE Grenze liegen wird.

Wann beginnt die Versicherungspflicht?

In Deutschland muss jeder Mensch krankenversichert sein, weshalb zunächst die Pflicht hinsichtlich der Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse besteht.

Liegt das Gehalt eines Arbeitnehmers bei Beginn der Besch√§ftigung unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, also aktuell unter 66.600 Euro j√§hrlich, oder ergibt die Prognose kein √úberschreiten dieser, gilt f√ľr den Besch√§ftigten die Krankenversicherungspflicht.

Doch auch Arbeitgeber m√ľssen die JAE Grenze im Auge behalten, da sie wie eben festgestellt Auswirkungen auf die Krankenversicherungspflicht ihrer Arbeitnehmer hat. Wenn ein Arbeitnehmer die Grenze √ľberschreitet, √§ndert sich regelm√§√üig die Art der Krankenversicherung und auch der Arbeitgeber muss dies entsprechend ber√ľcksichtigen. Dies kann auch Auswirkungen auf die Lohnbuchhaltung haben, da die Beitr√§ge zur gesetzlichen Krankenversicherung des Arbeitgebers f√ľr den Arbeitnehmer entfallen.

√úberschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze – was bedeutet das?

Arbeitsentgelt steigt: Ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľberschritten hat dies Folgen f√ľr den Angestellten.

Wenn im Laufe des Kalenderjahres etwa durch eine Bef√∂rderung oder den Arbeitgeberwechsel das Jahresgehalt steigt, sich also das regelm√§√üige Arbeitsentgelt erh√∂ht und dadurch die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľbersteigt, endet die Versicherungspflicht erst, wenn das Arbeitsentgelt auch die JAE Grenze des n√§chsten Jahres √ľbersteigt.

In anderen Worten: √úberschreitet das Jahresgehalt eines Arbeitnehmers w√§hrend des Kalenderjahres 2023 die JAEG, so muss dies ebenfalls im Folgejahr, also 2024, der Fall sein, um von der Versicherungspflicht befreit zu werden. Die H√∂he des Arbeitsentgelts f√ľr das Folgejahr wird prognostiziert und muss auch anhand der f√ľr das neue Jahr geltenden JAEG bewertet werden.

Es spielt √ľbrigens keine Rolle, weshalb die JAE Grenze √ľberschritten wird. Die Gr√ľnde hierf√ľr sind vielf√§ltig: Das Bekleiden einer neuen Position innerhalb des Unternehmens, ein Jobwechsel oder eine reine Entgelterh√∂hung k√∂nnen zum Beispiel hierf√ľr ausschlaggebend sein.

Endet die Versicherungspflicht, so wird der- oder diejenige automatisch zum freiwilligen Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Grund hierf√ľr ist die obligatorische Ausschlussversicherung.

Arbeitsentgelt steigt, JAE Grenze wird √ľberschritten: So sieht es in der Praxis aus

Regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt - diese Konstellationen sollten Sie kennen.

Wiederholen wir an dieser Stelle zunächst die Grundsätze:
√úberschreitet das regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt bei Beginn der Besch√§ftigung bereits die JAEG, sind Arbeitnehmer schon dann krankenversicherungsfrei. Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze jedoch erst im Laufe eines Kalenderjahres √ľberschritten, so endet die Krankenversicherungspflicht erst mit Ablauf des Kalenderjahres, nicht aber sofort. Und auch nur dann, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze auch im Folgejahr √ľberschritten wird.

Im folgenden wollen wir uns einige Beispiele und m√∂gliche Konstellationen ansehen, die in der Praxis √ľblicherweise auftauchen k√∂nnen:

Arbeitsentgelt erhöht sich:

Wird dem Arbeitnehmer beispielsweise im Dezember 2022 mitgeteilt, dass sein Gehalt zu Beginn des Folgejahres (hier 2023) steigt und die Jahresarbeitsentgeltgrenze hierdurch √ľberschritten wird, f√§llt die Versicherungspflicht nicht etwa zum Jahreswechsel weg, sondern zum 31.12.2023. Erst dann kann der Arbeitnehmer also seine Krankenversicherung wechseln. Au√üerdem muss die H√∂he des regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelts auch im Jahr darauf, also hier 2023, √ľber der Grenze liegen.

Umfang der Beschäftigung ändert sich:

Wer bislang halbtags gearbeitet hat, nun aber einer Ganztagsbesch√§ftigung nachgeht und durch die Entgelterh√∂hung die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľbersteigt, ist erst mit Ablauf des Jahres, in welchem die jeweilige JAE Grenze √ľberschritten wurde, nicht mehr in der Versicherungspflicht.

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis:
Entf√§llt die Versicherungspflicht nach einer Unterbrechung der Besch√§ftigung, so entsteht die Versicherungsfreiheit des Arbeitnehmers auch hier erst zum Ende des Jahres, in dem er die Jahresarbeitsentgeltgrenze √ľberschritten hat. Die Versicherungsfreiheit entsteht, auch wenn die Unterbrechung selbst in den ersten Monaten des Jahres stattfand und der Gro√üteil des Jahres also mit einem Entgelt √ľber der Grenze erfolgte. Eine weitere Voraussetzung ist ‚Äď Sie denken es sich wohl bereits ‚Äď dass das regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt auch im darauf folgenden Jahr √ľber der entsprechenden Grenze liegt.

R√ľckwirkende Erh√∂hung des Arbeitsentgelts

Auch spannend ist die r√ľckwirkende Erh√∂hung des Arbeitsentgelts. Erneut der Grundsatz: Wegen √úberschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze entf√§llt die Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wichtig: Die r√ľckwirkende Erh√∂hung wird zu dem Kalenderjahr gez√§hlt, in dem der Anspruch auf das h√∂here Gehalt entstanden ist (also durch √Ąnderung des Arbeitsvertrags, Abrede oder etwa Abschluss eines Tarifvertrags).

Exkurs: GKV oder PKV?

Sie haben die Wahl - wir helfen bei der richtigen Entscheidung.

Arbeitnehmer und andere Personen, die (nun) nicht mehr in der Versicherungspflicht sind, stehen ab einer gewissen Höhe des Jahresarbeitsentgelts also vor der Frage, wie es nun mit Blick auf ihre Krankenversicherung weitergehen soll. Zur Wahl stehen die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung oder die Privatversicherung.
Zu beiden Themen haben wir bereits Beitr√§ge ver√∂ffentlicht, die Sie unter anderem hier lesen k√∂nnen. Dennoch fassen wir die wichtigsten Informationen zu der jeweiligen Versicherungsform f√ľr Sie zusammen:

Ein gro√üer Unterschied zwischen der privaten und freiwilligen Krankenversicherung liegt darin, wie die Beitr√§ge berechnet werden. W√§hrend in privaten Krankenversicherungsunternehmen die Beitr√§ge nach dem individuellen Risiko berechnet werden, bleiben die Kosten bei der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung dieselben ‚Äď auch im Alter. Hier wird die H√∂he der Beitr√§ge prozentual nach dem jeweiligen Arbeitsentgelt bestimmt.

Der Leistungsumfang, also angefangen bei der Inanspruchnahme von Leistungen wie zum Beispiel die Behandlung durch einen Arzt im Krankheitsfall, wird bei der privaten Krankenversicherung vertraglich vereinbart und kann daher umfangreicher oder komprimierter sein ‚Äď je nach Bedarf des Versicherten. Grunds√§tzlich l√§sst sich aber festhalten, dass die private Krankenversicherung eine deutlich bessere, intensivere und umfangreichere Leistung im Krankheitsfall bietet als die GKV. Durch die Option der R√ľckstellung f√ľrs Alter k√∂nnen auch etwaige Beitragsanpassungen gut kompensiert werden.

Wer freiwillig gesetzlich versichert ist, hat denselben Leistungsumfang wie bei der Pflichtversicherung. Allerdings besteht nicht in jedem Fall der Anspruch auf Krankengeld.

Wir als freie Versicherungsmakler und -Berater befassen uns tagt√§glich mit den vielen Fragestellungen zur Wahl der richtigen Versicherungsform und des passenden Krankenversicherers. Sp√§testens bei √úberschreiten der JAEG sollten auch Sie sich damit auseinandersetzen, wie es nun f√ľr Sie und Ihre gesundheitliche Versorgung weitergehen soll. Trotz der eben genannten Inhalte ist es letztlich eine Einzelfallentscheidung, die nur Sie treffen k√∂nnen und sollten. Dennoch ist es wichtig, die Optionen zu kennen und bei einer gesamtheitlichen Betrachtung der Fakten auch zu wissen, wo der eigenen Schwerpunkte und Vorstellungen liegt. Wir helfen Ihnen gerne bei der Entscheidung und stehen Ihnen bei allen Fragen rund um das Thema Versicherungen als starker Ansprechpartner zur Seite. Neben der freiwilligen Kranken- oder Privatversicherung beraten wir Sie auch umfangreich und kompetent zur Renten- oder Arbeitslosenversicherung, wie etwa der Berufsunf√§higkeitsversicherung.

Unser Ziel ist es, den richtigen Versicherungsschutz f√ľr Sie zu finden, den Sie wirklich brauchen. Kommen Sie daher jederzeit auf uns zu, ob telefonisch, per E-Mail oder √ľber das Kontaktformular. Wir freuen uns auf Sie!

Fazit: Die Jahresarbeitsentgeltgrenze – das sollten Sie wissen

Steigt das Entgelt, welches ein Arbeitnehmer erhält, so kann es zur Überschreitung der JAEG kommen.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) spielt eine entscheidende Rolle in der deutschen Sozialversicherung und hat direkte Auswirkungen auf die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Doch welche Bedeutung hat die JAEG, wie funktioniert die Berechnung der regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgeltgrenze und welche Folgen hat der Arbeitnehmer wegen √úberschreitens dieser Grenze? Bei zusammenfassender Betrachtung fassen wir die wichtigsten Antworten und Erkenntnisse dieses Beitrags f√ľr Sie zusammen.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist eine Einkommensgrenze, die in Deutschland festgelegt ist. Wenn das ermittelte regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt eines Arbeitnehmers die JAEG √ľbersteigt, tritt eine wichtige Ver√§nderung in der Sozialversicherung ein. Ab dem Zeitpunkt des √úberschreitens ist dieser Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig, sondern kann sich privat krankenversichern. Die JAEG bestimmt also, ab welchem j√§hrlichen Arbeitsentgelt ein Arbeitnehmer von der gesetzlichen Krankenversicherung befreit ist. Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen √§ndern sich √ľbrigens jedes Jahr.

Hier muss stets auf das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt abgestellt werden.

Das regelm√§√üige Jahresarbeitsentgelt muss Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung sein und innerhalb eines Kalenderjahres regelm√§√üig gezahlt werden. Aber auch Zuschl√§ge u.¬†√§. k√∂nnen Teil des regelm√§√üigen Arbeitsentgelts sein, soweit sie absehbar und wiederkehrend (min hinreichender Sicherheit) mindestens einmal j√§hrlich gezahlt werden. Dieser Betrag ist auch entscheidend f√ľr die Beurteilung der Krankenversicherungspflicht.

Die Berechnung des regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelts erfolgt auf Basis des monatlichen Entgelts des Arbeitnehmers. Das monatliche Entgelt wird mit 12 multipliziert, um das j√§hrliche Bruttoarbeitsentgelt zu erhalten. Es ist wichtig zu beachten, dass hierbei auch andere Entgeltbestandteile, wie z.¬†B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ber√ľcksichtigt werden, soweit sie die oben genannten Voraussetzungen erf√ľllen. Was genau zum regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelt geh√∂rt, bestimmt sich ebenfalls nach den Kriterien vom GKV Spitzenverband.

Wessen regelm√§√üiges Jahresarbeitsentgelt nun die Grenze von aktuell 66.600 Euro √ľbersteigt und das Entgelt auch im Laufe des n√§chsten Kalenderjahres nicht unter die JAEG f√§llt, ist nicht mehr verpflichtend gesetzlich versichert, sondern hat sogenannte Versicherungsfreiheit. Stattdessen kann er sich f√ľr eine private Krankenversicherung entscheiden.

Zum √úberschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze und Beendigung der Versicherungspflicht muss das Arbeitsentgelt auch nach Ablauf des Kalenderjahres weiterhin √ľber der Grenze liegen. Daher kommt es mit Blick auf das Gehalt nicht nur auf den aktuellen Zeitpunkt, sondern auch auf das kommende JAE an. Da dies keine einhundertprozentig vorhersehbare Tatsache ist, wird sich hier einer Prognose bedient. Grundlage f√ľr diese Prognose, also der Einsch√§tzung dar√ľber, ob ein Besch√§ftigter zum Jahresende aus der Versicherungspflicht ausscheidet, bildet weiterhin die bestehende Besch√§ftigung beim Arbeitgeber.

Um die Auswirkungen des Überschreitens der JAEG besser zu verstehen, betrachten wir ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer hat ein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt von genau 66.000 Euro im Jahr. Die JAEG liegt bei eben diesem Betrag. Da das Jahresarbeitsentgelt den Grenzwert des kommenden Jahres, der bei 69.300 Euro liegt, jedoch nicht erreichen wird, bleibt dieser Arbeitnehmer weiterhin in der versicherungspflichtig. Doch wenn das Jahresarbeitsentgelt zum Beispiel auf 69.800 Euro ansteigt, erfolgt das Überschreiten der JAEG und der Arbeitnehmer kann sich privat krankenversichern.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) ist daher ein wichtiger Eckpunkt in Sachen Krankenversicherungspflicht. Die Berechnung des regelm√§√üigen Jahresarbeitsentgelts sowie die Konsequenzen des √úberschreitens dieser Grenze sind entscheidend f√ľr die Wahl der Krankenversicherung.

Bei Fragen zur JAEG und ihren Auswirkungen stehen wir Ihnen in jederzeit zur Verf√ľgung. Lernen Sie uns bei einem kostenlosen Erstgespr√§ch kennen und erfahren Sie, was wir f√ľr Sie und Ihre Versicherungen und Finanzen tun k√∂nnen!