Berufsunfähigkeits-Schutz wird um bis zu zehn Prozent teurer

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Zum 01.01.2022 sinkt der Höchstrechnungssatz für Lebensversicherungen, Pensionsfonds und -kassen von 0,9 auf 0,25 Prozent. Das Bundesministerium der Finanzen hat die entsprechende Fünfte Verordnung zur Änderung von Verordnungen nach dem Versicherungsaufsichts-Gesetz.

Laut einer aktuellen Umfrage zur Absenkung des Höchstrechnungszinses (HRZ), zeigt sich deutlich, dass diese Änderung weitreichende Konsequenzen für die Neukalkulation und Prämienanpassungen der Berufsunfähigkeits- und Risikolebens-Versicherung hat. Die Anpassungen werden auf jeden Fall je nach Unternehmen unterschiedlich ausfallen.

 

31 Versicherungs-Unternehmen wurden befragt

31 Unternehmen beteiligten sich aktiv an dieser Umfrage und gaben an wie die im Neugeschäft aktiven Anbieter damit umgehen und wie sich die Produkte konkret ändern werden.

57 Gesellschaften wurden befragt. 31 haben teilgenommen:

15 Versicherer enthielten sich der Aussagen, immerhin 8 Unternehmen gaben ein kurzes Statement ab und 4 Lebensversicherer antworteten gar nicht auf die Anfrage.

10 Prozent Beitragserhöhung bei BU-Versicherungen
Machen sich 10 % höhere Beiträge überhaupt bemerkbar? Angenommen die 10 % entsprechen 240 € im Jahr. In 30 Jahren kommen wir da auf 7.200 €. Das wäre ein wundervoller Urlaub, denn Sie da unbemerkt „verloren hätten“.

 

Bis zu 10 Prozent Mehrbeitrag in der Berufsunfähigkeits-Versicherung möglich

In der Berufsunfähigkeits-Versicherung (BU) drohen nach Angaben der Anbieter Beitragserhöhungen von bis zu zehn Prozent. 

Dass die Beiträge in der BU steigen, davon gehen fast 80 Prozent der befragten Lebensversicherer, die schon eine Einschätzung zur HRZ-Senkung geben wollten, aus.

Laut LVM betrifft dies vor allem der Bruttobeitrag, womit sich somit auch die Spanne zwischen diesem Höchstbeitrag und dem nach Abzug der Überschussbeteiligung verbleibende Nettobeitrag verändert.

Die Hansemerkur und Ergo hält eine Erhöhung von durchschnittlich sechs Prozent für möglich. Die Stuttgarter geht von einer Spanne zwischen fünf und zehn Prozent aus. Es könnten aber auch Bedingungsänderungen und Anpassungen bei der Berufseinordnung die Erhöhung durch den HRZ dominieren – so die Hansemerkur

 

Vor allem Bruttobeitrag betroffen

Je nach Lebensversicherer treten die Erhöhungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Kraft und fallen auch unterschiedlich hoch aus.

Für die Debeka wird die Beitragserhöhung keine wesentlich großen Rolle spielen, da sie bereits mit einem HRZ von 0,0 Prozent in der BU kalkuliert.

Die Credit Life verzichtet auf eine HRZ-Reduzierung. Das Leistungspaket hingegen wird erweitert. Dem Unternehmen zufolge sei „ein Vorher/Nachher-Vergleich der Preise daher nicht aussagekräftig“. 

Die Zürich kalkuliert schon jetzt mit einem HRZ von 0,25 Prozent, da die rein kalkulatorisch resultierende Verteuerung der Produkte bei der Neukalkulation Anfang 2021 an den Kunden weitergegeben wurde und die Prämien im Mittel somit konstant gehalten wurden.

Die Ergo kontert mit Erfahrungswerten und weist darauf hin, dass „viele Marktteilnehmer die Rechnungszinsabsenkung zum Anlass nehmen sich preislich neu zu positionieren.“

Fast alle befragten Lebensversicherungen waren sich einig und gaben an, dass die HRZ-Senkung auch in der Risiko-Lebensversicherung die Prämien verteuern, aber die Auswirkung deutlich geringer ausfallen wird. Die Stuttgarter schätzt die durch die Neukalkulation notwendige Anpassung auf rund zwei Prozent.

0,9-Prozent dominiert noch

Die meisten Unternehmen, ca. 60 %, werden erst zum 1.1.2022 ihre Produkte endgültig neu kalkulieren. 

Bis dahin kalkulieren weiterhin rund 40 Prozent der Versicherer überwiegend mit einem Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent, z.B. für die Kalkulation, beispielsweise von Rentenversicherungen, Mindestrenten oder Fondspolicen. 

Diejenigen, die noch Riester-Produkte offerieren, wenden ebenfalls diesen Prozentsatz bei der Kalkulation an. Gleiches gilt für Versicherer, die biometrische Absicherungen, wie Berufsunfähigkeits- oder Risiko-Lebensversicherung anbieten. 

 

Meine Meinung und Empfehlung an Sie:

Wenn man um 1 Jahr mit dem Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung wartet, erhöhen sich die Beiträge zusätzlich um ca. 3 Prozent durch das höhere Eintrittsalter, weil der Versicherte für die meisten Gesellschaften ab dem 01.01. eines Jahres 1 Jahr älter ist, unabhängig wann der Geburtstag ist. Die Kalkulation richtet sich immer nach dem Versicherungsjahr. 

Ferner könnte es auch folgendermaßen zu Beitragserhöhungen kommen:

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt bereits davor, dass sich die Zahl der Patienten mit chronischer Erschöpfung bis hin zur Suizidgefahr durch Corona-Langzeitfolgen verdoppeln könnte, was entsprechende Folgen für den Arbeitsmarkt haben würde.

Dies würde bedeuten, dass Mitarbeiter viele Male im Jahr ausfallen und nicht mehr die Leistungsfähigkeit bringen könnten, die sie vorher hatten. Gegebenenfalls würden manche womöglich auch ganz aus dem Unternehmen ausscheiden. Eine Impfung der Erkrankten gegen Long Covid könnte eine mögliche Lösung dafür sein. Hinweise gäbe es dafür, eine Antwort stehe aber noch aus. 

Daher meine Empfehlung an Sie: Schieben Sie den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht hinaus! Sichern Sie sich frühzeitig ab. Ich stehe Ihnen jederzeit beratend zur Seite.


Wussten Sie, dass ca. 85% der abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherungen „schwebend unwirksam“ sind? Richtig! 85% der „versicherten“ Menschen da draußen, erhalten im Fall einer Berufsunfähigkeit keine Versicherungsleistungen. Lassen Sie sich bei der Auswahl hier BU-Versicherung von einem Experten unterstützen! Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung und berate bei sämtlichen Fragen. Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme:

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Zusätzliche Informationen aus unserem Blog

Anbei ein paar Links zu weiteren Artikeln über das Thema “Berufsunfähigkeitsabsicherung“:

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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