Bitcoin-Artikelreihe Teil 1: Was ist die Blockchain, und wie kam es dazu?

Lesezeit: 3 Minuten

Ich schreibe, lieber Leser und liebe Leserin, jetzt über Blockchains und Bitcoins für Sie, und behaupte, das Prinzip dahinter ist rund 30 Jahre alt. Vielleicht denken Sie sich: Das kann doch nicht sein, ich habe doch erst im letzten Jahr zum ersten Mal davon gehört? Das kann mir doch nicht 30 Jahre lang entgangen sein? Ist es aber, offenkundig.

Die heutigen Kryptowährungen sind aus der Kombination zweier eigentlich naheliegender Ideen der späten 80er und frühen 90er Jahre entstanden.

  • Der Informatiker Nick Szabo formulierte im Jahr 1988 erstmalig die Möglichkeit einer rein digitalen Währung, damals noch basierend auf einem zentralen Register, bezeichnenderweise allerdings bereits „Bit Gold“ genannt
  • Der Gedanke einer dezentral selbstverwaltenden Transaktionskette wurde im Jahr 1991 erstmals von Stuart Haber und W. Scott Stornetta beschrieben

Eine mysteriöse Figur, die sich Satoshi Nakamoto nennt, kombinierte beide Gedanken zu dem, was heute als die Basis für Bitcoin und andere Kryptowährungen angesehen wird: die Blockchain. Nakamoto ist aus dem Grund mysteriös, weil es keinen Menschen gibt, der Satoshi Nakamoto heißt. Es ist ein Pseudonym entweder eines Mannes oder einer Gruppe von Entwicklern. Und es weiß wirklich niemand, wer tatsächlich dahintersteckt. Es gibt nur Vermutungen.

Blockchain bedeutet Blöcke an einer Kette

Wie funktioniert die Blockchain?

Viele sogenannte Neuerungen, die in den Medien große Beachtung finden, bevor sie wieder in der Versenkung verschwinden, sind eigentlich nur alter Wein in neuen Schläuchen, wie man so schön sagt. Im Gegensatz dazu ist die Blockchain etwas wirklich Neues.

Die Blockchain macht es erstmals möglich, ohne eine zentrale Verwaltungsinstanz sicheren und transparenten Zahlungsverkehr durchzuführen. Über die digitale Währung hinaus bietet die Blockchain noch ungeahnte weitere Möglichkeiten. Ich komme darauf noch zu sprechen.

Die Blockchain, wie wir sie heute kennen, funktioniert nicht ohne Kryptowährung, und umgekehrt. Die Kryptowährung ist notwendig, um all diejenigen Nutzer zu entschädigen, die mit ihrer Rechenleistung die Blockchain erst möglich machen. Hier ist das Prinzip:

In der allerersten Zelle der heutigen Blockchain ist die Nachricht „Chancellor on brink of second bailout for banks“ enthalten. Verschlüsselt wurde die Zeichenkette mit dem Standardverfahren SHA-256. Daraus ergibt sich eine neue Zeichenkette, der sogenannte Hash. Würde jetzt eine neue Transaktion mit dem gleichen Inhalt verschlüsselt, ergäbe dies auch den gleichen Hash.

Deswegen wird der vorangegangene Hash mit der neuen Zeichenkette gemeinsam verschlüsselt. So ist es unmöglich, dass zweimal der gleiche Hash entsteht. Aus vielen dieser Zellen, die in Blocks zusammengefasst werden, entsteht eine Kette aus immer wieder generierten Hashes, die den vorangegangenen Hash und die neue Transaktion verschlüsselt haben. Diese Kette ist die Blockchain.

Die Blockchain ist völlig transparent und kann beliebig manipuliert werden. Allerdings führt schon die kleinste Änderung in der Zeichenkette der Transaktion zu einem völlig anderen Hash.

Da in einem solchen Fall die nachfolgenden Hashes ebenfalls anders wären, fällt eine solche Manipulation sofort auf. Dass ein fehlerhafter Block erkannt und gelöscht wird, dafür sorgen die Nutzer gemeinsam.

Wie wird die Blockchain gesichert?

Jeder Nutzer kann seinen Computer dafür zur Verfügung stellen, immer wieder die alten und vorhandenen Blocks der Blockchain durchzurechnen, und damit sicherzustellen, dass keine Manipulationen möglich sind. Da dies nicht aus gutem Willen geschieht, werden die User für die Rechenleistung mit einer Kryptowährung bezahlt, im Fall der Ur-Blockchain ist das der Bitcoin.

Die Prüfung der Blockchain im Tausch gegen Kryptogeld wird ‚Mining‘ genannt. Der Nakamoto-Algorithmus ist so ausgelegt, dass alle zehn Minuten ein Bitcoin-Betrag an die Miner ausgeschüttet wird, und es gleicht einem Lottospiel, dass ein Miner der glückliche Gewinner ist, während alle anderen leer ausgehen. Doch genauso funktioniert die Kombination aus Blockchain und Kryptowährung.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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