Bitcoin-Artikelreihe Teil 6: Braucht jede Kryptowährung eine eigene Blockchain?

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Bis jetzt habe ich immer über „die Blockchain“ geschrieben, und es könnte der Eindruck entstehen, es gäbe nur eine Blockchain. Das war lange Zeit auch so und könnte technisch gesehen immer noch so sein. Tatsächlich steht es aber jedem Unternehmer frei, eine eigene neue Blockchain zu schaffen. Die meisten der inzwischen über 900 Kryptowährungen, die auf der Welt existieren, haben ihre eigene Blockchain.

Umgekehrt ist es ebenso möglich, eine Kryptowährung auf eine bereits existierende Blockchain aufzusetzen.

Ich möchte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, noch einmal ins Gedächtnis rufen, weshalb dieser Unterschied nicht unwesentlich ist.

Braucht eine Kryptowährung immer eine eigene Blockchain?

Warum ist es wichtig, dass eine Kryptowährung eine eigene Blockchain besitzt?

Die Sicherheit bei einer Blockchain gegenüber Manipulationen besteht darin, dass Millionen sogenannter ‚Miner‘ das Krypto-Mining betreiben. Das heißt, sie prüfen die einzelnen Glieder der Blockchain wieder und wieder, und stellen so sicher, dass keine böswillig veränderten Daten eingeschleust werden können.

Für diese Arbeit werden sie mit Kryptowährung bezahlt – daher kommt der Begriff des ‚Mining‘, der Goldsuche: Ab und zu trifft ein Miner auf einen Block, der per Zufallsalgorithmus mit einer Belohnung ausgestattet ist. Dann war sein Schürfen erfolgreich.

Wenn jedoch eine Kryptowährung auf einer vorhandenen Blockchain aufsattelt, dann wird dieser Mechanismus mitgenutzt, und es kommt die Frage auf, wie denn dafür bezahlt werden soll. Da die aufgesattelte Kryptowährung nicht als Belohnung für die Miner ausgeschüttet wird, muss eine Transaktionsgebühr abgeführt werden.

Ein zusätzlicher Punkt spielt auch noch eine Rolle: Kryptowährungen wie der Bitcoin werden über das Mining überhaupt erst in Umlauf gebracht. Dabei lässt sich die Geldmenge durch Algorithmen wie das Bitcoin-Halving gut steuern.

Dies sorgt dafür, dass die insgesamt verfügbare Geldmenge begrenzt ist. Beim Bitcoin sind das 21 Millionen, und der letzte Bitcoin wird zirka im Jahr 2140 geschürft werden. Andere Kryptowährungen machen sich gleichartige Mechanismen zunutze.

So wird sichergestellt, dass die Kryptowährung sanft und gezielt eingeführt wird und sich selber automatisch verknappt – wodurch die Kaufkraft der Währung steigt.

Was geschieht beim Bitcoin-Halving?

Beim Beispiel von Bitcoin steht der Betrag, der alle zehn Minuten ausgeschüttet wird, derzeit bei 12,5 BTC. Angefangen hat die Blockchain des Bitcoin mit dem sogenannten Genesis-Block, dem Anfangsblock der ersten Blockchain.

Dafür gab es eine Ausschüttung von 50 BTC, die zwischenzeitlich zweimal halbiert wurde. Nach 210.000 Ausschüttungen kommt die nächste Halbierung. Die Coinbase – so nennt sich der ausgeschüttete Betrag – wird dann den Wert 6,25 BTC haben. Zu rechnen ist damit im Jahr 2020.

Was hat Krypto-Mining mit echter Goldsuche zu tun?

Interessanterweise hatte sich der Bitcoin-Schöpfer Satoshi Nakamoto echtes Gold als Beispiel genommen. Denn, so die Überlegung, die Menge an Gold, die noch in der Erde verborgen liegt, ist begrenzt, und mit jeder Tonne Gold, die gefördert wurde, wird es schwieriger, weiteres Gold zu finden. Das Halving sorgt dafür, dass irgendwann – in etwa 120 Jahren – der letzte Bitcoin geschürft sein wird. Genauso, wie theoretisch auch irgendwann einmal das letzte Gramm Gold aus dem Boden geholt sein wird.

Währung vs. Token

Es ist also ein wesentlicher Unterschied, ob eine Kryptowährung eine eigene Blockchain und die damit verbundenen Mechanismen zur Geldschöpfung besitzt, oder nicht. Aus diesem Unterschied ergibt sich die Bezeichnung Währung, bzw. Token. Eine Währung setzt auf die eigene, ein Token auf eine fremde Blockchain auf.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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