Bitcoin-Artikelreihe Teil 4: Die Sicherheit virtueller Banking-Systeme

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Blockchain, Bitcoin und Kryptowährungen sind ein Mysterium, denken Sie? Das kommt nicht überraschend. Der oder die Schöpfer der ersten Blockchain haben sich schließlich alle Mühe gegeben, den ganzen Themenbereich in eine Wolke des Mysteriösen zu hüllen. Schon der Name Satoshi Nakamoto ist geheimnisumhüllt, da man zwischenzeitlich weiß, dass es sich dabei um ein Pseudonym handelt.

Wer dahintersteckt, ist nicht bekannt. Theorien ranken von unbekannten Einzelpersonen über Nick Szabo – das ist der Wissenschaftler, der als erstes ein Modell für eine digitale Währung formuliert hat – bis zu einer Gruppe von Entwicklern, die als Einzelpersonen unerkannt bleiben wollen.

Bitcoin ist eine virtuelle Währung

Darf man Bitcoin überhaupt trauen?

Die Algorithmen, die der ursprünglichen Blockchain nach Satoshi Nakamoto zugrunde liegen, sind als Quellcode öffentlich. Es kann sich also jeder davon überzeugen, dass alles in richtigen Bahnen verläuft. Dass nicht ein bisher unbekannter Mechanismus tief im Inneren des Softwarecodes gestartet wird, und plötzlich alle Bitcoin dieser Welt an einem grauen Novembermorgen umgetauscht und auf ein Schweizer Nummernkonto überwiesen werden.

Das Konzept einer verteilten, automatisierten, sich selbst regulierenden Verwaltung großer Vermögensteile ist für viele Menschen schwer verständlich, weil es so anders ist, als alles, was wir kennen. Die Menschen, und wahrscheinlich auch Sie lieber Leser und liebe Leserin, erwarten bei einem so wichtigen Gut wie konvertierbarem Geld eine zentrale Instanz, welche die Richtigkeit aller Transaktionen überwacht. So kennen wir es, seit wir denken können.

Welches sind die Sicherheitsmechanismen einer Bank?

Weil die zentrale Verwaltungsstelle eines Währungssystems alle Verantwortung für die Richtigkeit trägt, hat jede große Bank ein Rechenzentrum in einem tiefen Keller, mit dicken Betonwänden, in dem große und nahezu unzerstörbare Computer stehen. Es gibt dabei drei, vier oder auch fünf Stufen der Ausfallsicherheit. Ein Server, der immer bereitsteht, um einzuspringen, falls der Hauptserver ausfällt. Ein weiterer Server, der bereitsteht, um den zweiten Server ersetzen zu können, falls der gleichzeitig mit dem ersten Server stirbt – und so weiter. Der dritte Server steht übrigens geographisch nicht am gleichen Ort, wie die ersten beiden. Dies ist wichtig, damit nicht bei einer Katastrophe – Erbeben, Vulkan, Großbrand – alle Server auf einmal zerstört werden können.

Diese Sicherheitsmechanismen sind notwendig. Gäbe es einen solchen Ausfall, wären im schlimmsten Fall alle Daten verloren, also alle Informationen darüber, welcher Kunde wieviel Geld auf welchem Konto liegen hat. Sie alle hätten ihr Geld verloren. Auch wüsste die Bank nicht mehr, wer ihnen noch wieviel Geld schuldet. Also alles in allem eine riesige Katastrophe.

Wie gut sind die Sicherheitsmechanismen eines verteilten Systems?

Die Blockchain ist völlig anders. Hier liegen alle Daten auf Millionen Rechnern verteilt. Es gibt Millionen Backups. Und tausendfach wird jede Minute jeder Datensatz auf seine Richtigkeit überprüft, und diese bestätigt. Um dieses System zum Ausfall zu bringen, müssten im gleichen Augenblick eine unüberschaubar große Anzahl von Rechnern ausfallen, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Und falls nur ein Computer überlebt hat, kann das genügen, um das ganze System wiederzubeleben.

Alle Datensätze werden wieder und wieder überprüft. Es ist zwar ohne Schwierigkeiten möglich, einen solchen Datensatz in böser Absicht zu verändern – doch diese Veränderung würde Sekunden später einem Prüfer auffallen, der Datensatz aus der Blockchain gelöscht, und durch ein Backup mit einem bestätigt korrekten Datensatz ersetzt.

Auf dieser Basis ist so etwas wie ein verteiltes Kontobuch entstanden – engl.: Distributed Ledger – das nahezu fehlerfrei funktioniert.

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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