Ablauf einer anonymen Risikovoranfrage (RVA) bei privaten Krankenversicherungen

Lesezeit: 10 Minuten

Eine anonyme Risikovoranfrage (RVA) ist einer der wichtigsten Vorgänge, wenn es um die PKV (private Krankenversicherung) geht.

Dies ist unumgänglich, wenn es um eine Aufnahme in einer privaten Krankenkasse geht. Hiermit beschäftige ich mich in meiner täglichen Arbeit immer, damit ich die passende Gesellschaft überhaupt erst für Sie auswählen kann.

Dies ist auch daher so wichtig, da die Annahmequoten bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften sehr unterschiedlich ausfallen.


Gliederung


Die eine Gesellschaft ist sehr liberal in der Annahme und die andere wiederum ist sehr streng und lehnt viele Anfragen mit Vorerkrankungen ab. Das ist auch der Grund, warum die Anfragen anonym gestellt werden, da eine Ablehnung bei einer Versicherung, keinen Nachteil für die andere Versicherung darstellt und vor allem für Sie als Kunde.

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass die Annahmequoten in eine private Krankenversicherung aufgenommen zu werden viel strenger sind, als beispielsweise bei Berufsunfähigkeitsversicherungen oder bei der Risikolebensversicherung.

Auch die Abfragen bei den einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich oft deutlich voneinander. Bei einigen PKVs (Versicherungsgesellschaften der privaten Krankenversicherungen) werden die Krankheitsdaten der letzten 10 Jahre abgefragt, bei anderen PKVs hingegen nur die letzten 3 Jahre. Jede RVA (=Risikovoranfrage) ist daher sehr individuell und kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich ausfallen.

Daher ist es von großer Bedeutung, die Fragen der Versicherungen zu Ihrer Gesundheit so genau wie möglich zu beantworten und den Gesundheitsverlauf der letzten Jahre gewissenhaft aufzubereiten. Hierbei zählt nicht „der Schnellste gewinnt“, sondern viel mehr, je gewissenhafter, vollumfänglich und vor allem wahrheitsgemäß Sie alles aufbereiten, wird am Ende den Erfolg bringen.

Erst im Anschluss daran, wenn wir Ihre Unterlagen besprochen, die Risikovoranfrage durchgeführt haben und die Ergebnisse vorliegen, suche ich dann eine für Sie geeignete Versicherung und den passenden Tarif aus.

Ich berate Sie gerne umfassend, individuell, sachlich und realistisch. Sollte es schwierig sein oder keine Möglichkeit auf Versicherbarkeit in einer PKV bestehen, werde ich Ihnen dies auch entsprechend ehrlich mitteilen. So können von vornherein Missverständnisse und Enttäuschungen vermieden werden.

Es gibt Krankheitsbilder die z.B. nicht versicherbar sind oder einen erheblichen Aufschlag mit sich bringen.

 

Ablauf einer optimalen Risikovoranfrage

Ich möchte hier nochmals betonen, dass es sehr wichtig ist, von Anfang an alles offen und ehrlich anzugeben. Daher empfehle ich Ihnen, sich hier ausreichend Zeit einzuplanen, um detailliert alle Gesundheitsfragen korrekt zu beantworten. Je genauer und offener Sie hier gegenüber den Versicherungen sind, desto besser. Der Grund für diese ehrlichen und genauen Angaben, liegt in der sogenannten Anzeigepflicht. Diese ist im Versicherungsvetragsgesetz §19 festgelegt worden. Anbei der Auszug aus diesem Gesetz:

Bei Falschangabe oder Verschweigen einer bekannten Erkrankung, kann es sogar dazu führen, dass Ihnen die Versicherung den Vertrag kündigt. Die Versicherungsgesellschaften überprüfen in der Regel nicht, ob Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen. Sie gehen grundsätzlich davon aus, dass Sie im Vorfeld alles richtig und ehrlich mitgeteilt haben. Daher ist es von so entscheidender Bedeutung, alles gewissenhaft und korrekt anzugeben. So sind Sie von Anfang an immer auf der sicheren Seite, falls die Gesellschaft Ihre Angaben mal überprüfen sollte im Krankheitsfall, ob diese Erkrankung schon früher bestanden hat. .

Hierzu sollten Sie Ihre Gesundheitsdaten gut aufbereiten und gut dokumentieren (z.B. durch Ihre Krankenakte und Atteste von Ihrem Arzt/Ärzten).

 

Was genau muss denn bei einer RVA (Risikovoranfrage) angegeben werden?

Anbei ein Beispiel einer typischen Frage bei einer PKV:

„Fanden in den letzten 3 Jahren ambulante Untersuchungen, Operationen, medizinische Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen oder Behandlungen von Ärzten, oder anderen Leistungserbringern im Gesundheitswesen statt oder sind solche angeraten oder beabsichtigt?“

Die meisten Versicherungen möchten gerne den Gesundheitszustand der letzten 3 Jahre erfahren. Es gibt aber auch Gesellschaften, die teilweise deutlich längere Zeiträume abfragen.

Die Abfrage der letzten 5 Jahre erfolgt bei folgenden privaten Krankenkassen:

  • Allianz
  • Deutscher Ring
  • Deutsche Krankenversicherung (DKV)
  • Signal Iduna

 

Abfrage der letzten 10 Jahre bei folgender Krankenkasse:

  • R+V Versicherung

 

Zusätzlich gibt es bei den privaten Krankenkassen einen längeren Zeitraum bei psychischen Vorerkrankungen.

 

„. Fanden in den letzten 5 Jahren psychologische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungen, Untersuchungen, Beratungen (bei Gothaer: aufgrund einer Erkrankung; bei DRK und SIGNAL einschl. probatorischer Sitzungen) statt oder sind solche (einschließlich Suchtbehandlungen) angeraten oder durchgeführt worden, bzw. sind solche beabsichtigt?“

 

Abfrage der letzten 5 Jahre bei folgenden privaten Krankenkassen:

  • Allianz
  • AXA
  • Continentale
  • DKV
  • Gothaer
  • Hanse Merkur
  • Münchener Verein

 

Abfrage der letzten 10 Jahre bei folgenden privaten Krankenkassen:

  • ARAG
  • Barmenia
  • Deutscher Ring
  • Hallesche
  • Inter
  • Nürnberger
  • R+V Versicherung
  • Signal Iduna
  • UKV

 

Sie sehen also, dass es von Versicherung zu Versicherung einige Unterschiede gibt. Entscheidend ist es, dass Sie nach bestem Wissen und Gewissen Ihre Angaben machen. Ein bestimmtes Krankheitsbild führt übrigens nicht unmittelbar zu einer Ablehnung. Dies wird ebenfalls bei jeder Krankenkasse anders gesehen. Von daher, sollten Sie sich darüber weniger Gedanken machen. Das Wichtigste ist später, die richtige Auswahl einer guten Gesellschaft zu treffen, sowie ein leistungsstarker Tarif, weil es i.d.R. eine Entscheidung für Ihr ganzes Leben ist.

Hierbei stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite.

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Was machen Sie, wenn Sie ein paar Fragen mit „JA“ beantworten müssen?

Grundsätzlich gilt zunächst: Füllen Sie die Gesundheitsdaten so gut wie möglich aus. Die Krankenversicherungen reagieren auf die Beantwortung der Fragen oft sehr unterschiedlich.

Anbei habe ich Ihnen einige Beispiele aufgeführt:

Praxisbeispiel Nr. 1

Bei dieser jungen Dame haben wir bei zwei Gesellschaften angefragt, welche in die engere Auswahl gekommen sind:

ARAG: Ablehnung

 

Barmenia: normale Aufnahme möglich

„… kann eine Annahme ohne Erschwernis erfolgen. …“

Sie sehen anhand des Beispiels, dass die Ergebnisse sehr unterschiedlich ausfallen können und deshalb ist es umso wichtiger eine Risikovoranfrage durchzuführen, bevor ein schriftlicher Antrag gestellt wird.

Trotz eines offensichtlich guten Gesundheitszustandes, weil vieles schon überwunden war und die Augen OP eher als Vorsorge gemacht wurde, gab es hier nur von der einen Versicherung eine „normale“ Annahme. Dies zeigt, wie hoch die Hürden in einer privaten Krankenversicherung sein können. Die Annahmequoten sind deutlich schlechter als beispielsweise bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Für die Antragsteller führt dies manchmal zu Unverständnis. Dafür ist man aber auch froh, wenn es dann geklappt hat. Die Annahmequoten haben schon einen Sinn. Denn so können die Beiträge deutlich stabiler gehalten werden, da überwiegend gesunde Personen aufgenommen werden. Das mag ungerecht erscheinen, ist aber für den einzelnen Privat-Versicherten ein Vorteil.

Praxisbeispiel Nr. 2

In wirklich sehr seltenen Fällen und nach mehreren Rückfragen von mir kann es auch mal vorkommen, dass der Versicherte keine Vorerkrankungen hat und wir keine Risikovoranfrage durchführen müssen.

Eigentlich führe ich immer eine anonyme Risikovoranfrage durch, in diesen seltenen Fällen allerdings nicht.

 

Ärzte sind sehr wichtig bei einer Risikovoranfrage

Ärzte können sehr hilfreich sein, bei einem Antrag zur PKV.

Wenn Sie ärztliche Atteste und Befunde haben, die von einem Arzt wohlwollend dokumentiert wurden, kann Ihnen das enorm helfen bei einer PKV aufgenommen zu werden. Auch ein aktuell guter Gesundheitszustand kann von einem Arzt attestiert werden.

 

1. Ärztliches Attest (wurde für die PKV und BU verwendet)

So könnte ein ärztliches Attest aussehen. Auch kompliziertere Krankheitsbilder können so besser erklärt werden.

 

2. Ein bestehendes Krankheitsbild sollten Sie dokumentieren lassen

Bei bestehenden oder in der Vergangenheit längeren Krankheiten, benötigen Sie ein Attest oder Befund der behandelnden Ärzte. Es sollten im Vorfeld durch die genauen Angaben, alle Unklarheiten beseitigt werden. Damit können sich die Versicherungen dann ein möglichst konkretes Bild machen. Außerdem sichern Sie sich dadurch ab, und können alles Wahrheitsgemäß durch ärztliche Unterstützung korrekt und professionell beantworten.

 

Wie sollten Sie sich bei einem Risikozuschlag verhalten?

Private Krankenversicherungen arbeiten häufig mit sogenannten Risikozuschlägen. Es kommt nur selten vor, dass ganze Krankheitsbilder von der Versicherung generell ausgeschlossen werden. Das bedeutet, dass Sie einen höheren Beitrag zahlen müssen, als normalerweise üblich wäre.

Dies ist aber näher betrachtet oft nicht so dramatisch. Wenn Sie bestimmte Krankheiten haben, erhöht das natürlich auch die Kosten für die Versicherung. Diese sind im Vorfeld so oft nicht eingeplant gewesen und werden daher mit einem Risikozuschlag belegt. Als Angestellter sollten Sie auch hier immer im Hinterkopf haben, dass Die Hälfte des Beitrages Ihr Arbeitgeber bezahlt.

 

Herausnahme des Risikozuschlages

Sie können übrigens einen evtl. Risikozuschlag auch nach einigen Jahren wieder herausnehmen lassen. Dies ist dann möglich, wenn Sie Beschwerdefrei sind und ein Zuschlag dann nicht mehr gerechtfertigt ist. Ein Risikozuschlag kann also auch im Nachhinein wieder gesenkt oder ganz entfernt werden. Ein Beispiel eines Schreibens sehen Sie hier:

Auch dies kann ich gerne für Sie übernehmen. Kontaktieren Sie mich diesbzüglich über mein Kontaktformular.

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Anbei ein Bericht zu diesem Thema aus dem Fachmagazin Versicherungsbote:

https://www.versicherungsbote.de/id/4791433/Risikozuschlaege-PKV-Beitrag-Pruefung/

 

Wann machen Sie eine Risikovoranfrage und was kostet diese?

  • Es sollten gute Aussichten bestehen aufgenommen zu werden.
    Bei bestimmten Krankheitsbildern (Depressionen, Schlaganfall, Herzinfarkt…) besteht kaum eine Möglichkeit in einer PKV aufgenommen zu werden. Enttäuschungen sollten hier gleich zu Beginn vermieden werden. Hier macht eine Voranfrage keinen Sinn.  
  • Beratung mit Respekt und auf Augenhöhe
    Es gehört zu meiner Geschäftsphilosophie, Sie kompetent, offen und ehrlich, sowie ein Leben lang gut zu beraten. Daher ist es mir besonders wichtig, dass man sich in allen Situationen auf Augenhöhe begegnen kann. Ein freundlicher und respektvoller Umgang miteinander, ist das Grundfundament meiner Arbeit. Sollte dies in meiner Beratung nicht möglich sein, verzichte ich lieber auf einen kurzfristigen Umsatz, zu Gunsten von Menschlichkeit, Fairness und meinem guten Ruf.
  • Gewissenhafte Mithilfe bei der Risikovoranfrage
    Ein entscheidender Punkt ist auch Ihre Mithilfe beim Ausfüllen der Gesundheitsfragen. Diese sollten möglichst genau, gewissenhaft, ausführlich und ehrlich beantwortet werden. Und auch die ärztlichen Atteste und Befunde sollten möglichst gut vorbereitet werden. Auch eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation ist sehr hilfreich für meine Arbeit.

 


Eine Risikovoranfrage ist übrigens kostenlos.


Sollten alle Punkte für Sie Sinn machen, bin ich gerne für Sie tätig. Einer Risikovoranfrage steht dann nichts mehr im Wege. Bitte nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf und ich stehe Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

 

Beispiele von Risikovoranfragen:

1. Eine Risikovoranfrage mit einem Risikozuschlag

Hier sehen Sie wie hilfreich eine gute und sorgfältige Vorarbeit sein kann…

Alle ärztlichen Atteste und Befunde lagen der anonymen Risikovoranfrage bei. Das Datenblatt wurde außerdem von dem Antragsteller gewissenhaft und detailliert ausgefüllt.

 

2. Eine Risikovoranfrage mit leichter Vorerkrankung die zu einem Leistungsausschluss führte

Eine Risikovoranfrage wurde bei der ARAG, Barmenia, BBKK und Signal Iduna gestellt und alle kamen zu dem Ergebnis, dass die laufende Behandlung erstmal abgeschlossen werden muss, da sonst dafür ein Leistungsausschluss besteht.

Hier war meine Empfehlung an den Kunden, dass er die Behandlung zum Abschluss bringen soll. Sobald das der Fall ist, soll er eine Bestätigung vom Zahnarzt einholen und damit führen wir eine neue Risikovoranfrage durch. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich aber schon jetzt sagen, dass bei abgeschlossener Behandlung und einer Beschwerdefreiheit der normalen Aufnahme nichts im Wege steht.

Zusammenfassung zur anonymen Risikovoranfrage

Eine anonyme Risikovoranfrage (RVA) ist einer der wichtigsten Vorgänge, wenn es um die PKV geht. Nur so kann ich überhaupt im Vorfeld die passende Gesellschaft für Sie auswählen.

Dies ist sehr wichtig, da die Annahmequoten bei den einzelnen Krankenkassen sehr unterschiedlich ausfallen. In eine PKV aufgenommen zu werden, ist überhaupt mit den höchsten Hürden im Versicherungsbereich verbunden. Daher sollten auch die Anfragen anonym gestellt werden, damit eine Ablehnung bei einer Versicherung, keinen Nachteil für die andere Versicherung darstellt.

Um die Chancen zu erhöhen und eine möglichst genaue Bewertung vorzunehmen, ist es sehr wichtig, alle Gesundheitsfragen gewissenhaft und detailliert zu beantworten. Ärztliche Atteste und Befunde können daher ebenfalls sehr hilfreich sein.

Schreiben Sie mich gerne an, damit ich Ihnen die Unterlagen für eine Risikovoranfrage zusenden kann. Ich berate Sie gerne umfassend, individuell, sachlich und realistisch. Und prüfe für Sie, ob und in wie fern, die Aufnahme in einer privaten Krankenkasse möglich ist.

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Mein Ziel und Anspruch als der Berater mit den meisten positiven Bewertungen in München ist es,
Sie gut zu beraten, Sie gut zu betreuen und gemeinsam mit Ihnen alt zu werden!

Über Marco Mahling

Marco Mahling ist als unabhängiger Finanzberater und Versicherungsmakler tätig im Raum München und Ingolstadt, online berät er seine Kunden aber aus ganz Deutschland. Er ist gelernter Bankkaufmann, zertifizierter Fondsspezialist (TÜV-Süd), Experte für private Vorsorge (DMA), qualifizierter Berater zur Riester-Rente sowie Fachmann für Vorsorgemanagement und berät seine Kunden in den Bereichen Ruhestandsplanung, private Krankenversicherung und Immobilien.

Auf Bewertungsplattformen im Internet lässt er sich von seinen Kunden bewerten und hat auf dem Portal von WhoFinance mehr als 500 Referenzen. Über seinen Blog hält er seine Interessenten auf dem Laufenden und informiert seine Kunden regelmäßig per Newsletter.

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